Berlin - 160.000 Bundeswehrsoldaten, Frauen und Männer waren in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Afghanistan im Einsatz, 59 von ihnen sind gestorben. Viele, die körperlich unversehrt zurückgekommen sind, kämpfen bis heute mit den Folgen des Einsatzes: Sie sind traumatisiert, Ehen sind zerbrochen, Familien kaputtgegangen. Wie schauen sie auf die Katastrophe, die sich seit einigen Tagen in Afghanistan abspielt? Auf die plötzliche Machtübernahme der Taliban, die die USA und ihre Verbündeten zwanzig Jahre lang bekämpft haben? War ihr Einsatz, ihre Leistung vergeblich?

Wenn man mit Afghanistan-Veteranen redet, fallen Worte wie „enttäuscht“, „bitter“, „wütend“. Sie wundern sich über die riesige Welle öffentlicher Aufmerksamkeit, die Afghanistan in den vergangenen Tagen aus breiten Teilen der Bevölkerung erfahren hat. In den Monaten, Jahren zuvor habe sich aus Deutschland kaum jemand für die Lage im Land interessiert, darauf weisen mehrere Gesprächspartner hin. Die Zahl der Bundespolitiker, die das Land besuchten, habe im Laufe der Jahre immer weiter abgenommen. Ende Juni war die Mission offiziell beendet worden, Bundeswehrsoldaten aus dem Feldlager Masar-i-Sharif wurden ausgeflogen. Schon damals gab es Warnungen, dass bald ein Bürgerkrieg ausbrechen würde.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.