Zerstörte Glasscheibe am Krankenhaus in Kabul.
Foto: AP/Rahmat Gul

KabulBei zwei Anschlägen in Afghanistan sind mindestens 40 Menschen getötet worden, darunter auch Neugeborene. Die Angriffe galten der Entbindungsstation eines Krankenhauses in Kabul sowie einer Trauerfeier in der östlichen Provinz Nangarhar, wie Behördenvertreter am Dienstag mitteilten. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich am Abend sich zu dem Anschlag auf die Beerdigungszeremonie. Ein „Kämpfer“ der Organisation habe sich bei der Beerdigung eines Polizeikommandeurs mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt, hieß es am Abend in einer über das Internet verbreiteten Erklärung des IS.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani kündigte am Abend während einer Fernsehansprache an die Nation eine offensive Haltung der Streitkräfte an. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Gleichzeitig forderte er die Taliban erneut zu einer Waffenruhe auf. Seit Ende Februar war Afghanistans Armee in einer defensiven Haltung. Diese wurde vor knapp zwei Monaten teilweise aufgehoben.

Am Morgen stürmten laut Innenministerium drei Unbekannte die Entbindungsstation eines Krankenhauses in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Sie töteten zwei Neugeborene und ihre Mütter, insgesamt mindestens 16 Menschen. 16 weitere Zivilisten, darunter auch Kinder, seien verwundet worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Alle Angreifer seien inzwischen von Spezialkräften getötet worden.

Sicherheitskräfte brachten nach Angaben des Innenministeriums mehr als 100 Menschen in Sicherheit, darunter viele Frauen und Kinder. Zuvor habe es mehrere Explosionen gegeben und Schüsse seien gefallen. Auch Ärzte ohne Grenzen (MSF) sei in dem Krankenhaus tätig und leite die Entbindungsstation, teilte die Hilfsorganisation auf Twitter mit.

In der östlichen Provinz Nangarhar sprengte sich am Dienstag ein Selbstmordattentäter während einer Beerdigung in die Luft und tötete mindestens 24 Menschen. Über 68 weitere Menschen seien bei der Trauerfeier für einen lokalen Polizeichef verletzt worden, sagte ein Regierungssprecher aus der Provinz. Zwei weitere Provinzpolitiker sprachen von mindestens 45 Toten.

In der westlichen Provinz Farah seien zudem bei nächtlichen Gefechten zwischen Regierungstruppen und Taliban mindestens zwei Kinder durch Mörserbeschuss getötet worden, sagten zwei Provinzräte.