Der afghanische Präsident Aschraf Ghani stellt Teile des Abkommens infrage.
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BerlinUS-Präsident Donald Trump feierte am Wochenende das Abkommen mit den Taliban als entscheidenden Schritt in Richtung Frieden in Afghanistan. Am Sonntag sagte er gar, er sei bereit, sich mit den Führern der Taliban zu treffen, die bislang von den USA als Terroristen bekämpft wurden.

Doch dann stellte die Regierung in Kabul das Abkommen infrage. Der afghanische Präsident Aschraf Ghani wehrte sich am Sonntag in Kabul gegen die in der Vereinbarung verabredete Freilassung von bis zu 5000 Taliban-Kämpfern, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Diese Entscheidung stehe nicht den USA, sondern seiner Regierung zu, sagte er.

Stufenweiser Abzug ausländischer Truppen

Am Sonnabend hatten Vertreter der USA und der Taliban das Abkommen in Doha im Golfemirat Katar unterzeichnet. Die ausländischen Truppen in Afghanistan sollen demnach bis Ende April kommenden Jahres vollständig abgezogen werden. Auch für die Bundeswehr würde damit nach dann mehr als 19 Jahren der Einsatz am Hindukusch enden.

Der Abzug der ausländischen Truppen war eine Hauptforderung der Taliban. Im Gegenzug verpflichten sich die Taliban, dass von Afghanistan aus keine Terrorbedrohung gegen die USA und ihre Verbündeten ausgehe.

Der Taliban-Unterhändler Sher Mohammad Abbas Stanekzai trifft sich mit der Presse, nachdem die Taliban nach mehr als einjährigen Gesprächen ein Friedensabkommen mit den USA unterzeichnet haben.
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Friedensgespräche zwischen den Taliban und Afghanistan ab März

Der wichtigste Teil des Abkommens ist aber, dass die Taliban Verhandlungen mit der afghanischen Regierung zusagen – das wären die eigentlichen Friedensgespräche. Bislang war die Regierung in Kabul in die Gespräche gar nicht eingebunden. Die Verhandlungen sollten schon am 10. März beginnen, mit dem Ziel eines Waffenstillstands und eines politischen Fahrplans für die Zukunft Afghanistans, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Insbesondere geht es darum, wie die Macht in dem Land verteilt wird.

Afghanistans Präsident Ghani sagte nun aber am Sonntag: Die Freilassung von Taliban-Gefangenen kann Teil der Tagesordnung der Verhandlungen sein, aber keine Vorbedingung für deren Beginn. In dem Abkommen ist die Freilassung allerdings als Vorbedingung festgehalten.