Berlin - Es war sein letzter Flug: Und der sollte nicht nur für ihn, sondern auch für die 178 Passagiere acht Besatzungsmitglieder der letzten Air Berlin-Maschine, die am Freitagabend am Flughafen Berlin-Tegel landete, etwas Besonderes werden. Denn der US-amerikanische Flugkapitän David McCaleb flog mit dem Airbus A320-214 eine letzte Ehrenrunde über Berlin und malte ein Herz in den Nachthimmel - jenes Symbol, das in Form von Schokoherzen für die charmanten Seiten der Airline stehtmit Genehmigung wie die Crew versicherte.

Der schönste, auf stille Art anrührende Moment aber ist der Stadtrundflug über Berlin - mit Genehmigung, wie die Crew versichert. Mehrere Schleifen fliegt der Airbus A320 über der Stadt, die auf dem Flugradar wie ein großes Herz aussehen sollen.

Für den Flug gab es die Sonderkennung BER4EVR.

Letzter Flug von Air Berlin: Tausende Zuschauer nahmen Abschied am Flughafen Berlin-Tegel

Auf dem Flughafen warteten neben 1.600 Zuschauern auf der Flugterrasse, Hunderte winkende Mitarbeiter von Air Berlin. Mit Sirenen und vier großen Wasserfontänen begrüßte die Flughafenfeuerwehr Flug BER4EVR zum allerletzten Mal in Berlin.

Bewegend war auch die Abschiedsrede des Piloten, die er an Passagiere und die Crew richtete: „Ich sage Danke für Ihre unerschütterliche Treue, Ihre Loyalität, ihre Begeisterung, die lieben Worte und Gesten.“

Air Berlin nimmt Abschied nach fast 40 Jahren: Wie geht es weiter?

Die 1978 gegründete Airline meldete Mitte August Insolvenz an. Für viele der rund 8000 Mitarbeiter von Air Berlin steht die Zukunft in den Sternen. Die Fluggesellschaft Lufthansa, die große Teile der Air Berlin übernimmt, sieht für rund 3000 Mitarbeiter neue Beschäftigungen bei ihrer Tochter Eurowings vor. Auch die britische Billig-Fluggesellschaft Easyjet will Teile des Geschäfts von Air Berlin am Hauptstadtflughafen Tegel übernehmen. Rund tausend Air-Berlin-Mitarbeitern sollen neue Jobs angeboten werden. Tausenden Mitarbeitern droht die Kündigung. (red)