Köln - Die FDP hat mit einem Video zur Bildungspolitik in den sozialen Netzwerken einen Shitstorm ausgelöst. Unter dem Titel „Orthograffiti“ veröffentlichte die Partei ein Video, in dem Menschen Häuserwände und Mauern aufsuchen, auf die nationalsozialistische und rechte Parolen gesprüht sind. Mit roter Farbe korrigieren die Sprayer die Rechtschreibfehler in den Graffiti wie in einer Schularbeit.

Mit dem Video will die Partei für bessere Bildung werben. „Bildung ist die Antwort. Nicht nur bezogen auf Rechtschreibung, sondern auch gegen Extremismus, Vandalismus und Gewalt. Mit guter Bildung wollen wir auch dafür sorgen, dass menschenverachtende Graffiti, wie die im Film gezeigten, endlich aus unseren Städten verschwinden“, heißt es am Ende des Videos.

Die Reaktionen auf das Video vielen vor allem auf Twitter überwiegend negativ auf. Das Thema Bildungspolitik wird mit dem Werbespot nicht wirklich thematisiert, stattdessen werden rechtsextreme Sprüche unkommentiert dargestellt, so der Tenor im Netz.  „Liebe FDP, [...] der Kampf gegen Rechtsextremismus fordert Haltung und Zivilcourage, kein politisches Clickbaiting“, twitterte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckhardt gemeinsam mit einem Artikel zu einer Frau aus Thüringen, die rechtsextreme Schmierereien entfernt.

Auch der JuSo-Vorsitzende Kevin Kühnert kommentierte ironisch: „Wer erinnert sich nicht an die mutige Rede von Otto Wels, der den Nazis entgegenschmetterte: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Orthographie nicht.“ Ricarda Lang, Bundessprecherin der Grünen Jugend, twitterte: „Wenn gebildete Menschen so tun, als wäre das Hauptproblem der Nazis, dass sie keine Rechtschreibung können, läuft wohl einiges schief im Bildungssystem.“

Die FDP selbst hat bisher noch nicht auf die Kritik reagiert, die ihr Werbespot zum Ausdruck bringen soll. (shh)