Im Brüsseler EU-Parlament hat das US-Unternehmen „Global Security Response“ zu einer Pressekonferenz geladen. Das Unternehmen stellt eine Lösung vor, die Schutz vor Terrorangriffen aller Art bieten soll. Die „ENDURAsphere“ ist eine sackförmige Hülle, die sich um den Menschen herum aufbläst. Heraus schaut nur noch das Gesicht, außerdem sind mehrere Ausstülpungen angebracht.

Der Aufmarsch der vermummten Modelle erinnert eher an Insektenkostüme an Karneval als an eine ernstzunehmende Präsentation - und diese Vermutung ist richtig. Bei „Global Security Response“ handelt es sich um eine Erfindung der Aktivistengruppe „Yes Men“, die die Hysterie um Terrorbedrohung so offenbar persiflieren will.

Den EU-Parlamentariern scheint der Fake nicht aufzufallen - sie stellen ernsthafte Fragen nach der Praktikabiliät des Anzugs. Ob es keinen Schildkröten-Effekt gebe, wenn man auf den Rücken falle? Ob man damit laufen könne?

Lösung für Deutschland

Für EU-Parlamentarier und PARTEI-Chef Martin Sonneborn, der laut „Telegraph“ die Aktion mit einfädelte, ist die Veranstaltung eine Steilvorlage. In seiner Video-Reihe „Sonneborn rettet die EU“ prüft der Satiriker den Anti-Terror-Sack auf Herz und Nieren. Er fragt Unternehmenschef „Archibald Schumpeter“, ob sich der Sack auch als Lösung für Deutschland eigne. Hier gäbe es ja Probleme mit Männern, die Frauen begrapscht hätten, spielt Sonneborn auf die Kölner Ereignisse der Silvesternacht an. Ja, sagt „Schumpeter“, vor dem Gesicht sei noch eine Panzerglasscheibe vorgesehen, die Frau wäre dann komplett geschützt.

Sonneborn macht anschließend den Praxistest und begrapscht eine „ENDURAsphere“. „Man kann richtig in den Schritt fassen, es passiert nichts“, resümiert der Parlamentarier und fragt das weibliche Modell, das in der Hülle steckt, sicherheitshalber noch: „Haben sie sich von mir belästigt gefühlt?“ „Nein, in keinster Weise“, antwortet die Betroffene.

Am Ende bekommt Sonneborn noch heraus: Wenn die Nachfrage weltweit groß genug sei, könnte die „ENDURAsphere“ sogar in Stückzahlen produziert werden, die die Kosten eines VW Käfer nicht überstiegen.

„Als wären sie speziell für Deutschland und die Kölner Domplatte entwickelt“, lautet Sonneborns Fazit zur Spaß-Aktion der „Yes Men“.