Der Bundeswehrverband fordert eine Aufstockung der Truppenstärke noch vor der nächsten Bundestagswahl 2017. „Wir sind absolut im roten Bereich, und es ist wichtig, dass die Ministerin, das Parlament jetzt nachsteuert, denn wir haben eine Lageänderung“, sagte Verbandschef André Wüstner am Sonntag im Deutschlandfunk. „Und das alles, was wir machen sollen, das geht mit dem jetzigen Personal und Material so nicht mehr weiter.“

Das Verteidigungsministerium prüft derzeit eine Vergrößerung der Bundeswehr. Die Ergebnisse dürften spätestens im Frühjahr vorliegen. Der Bundeswehrverband fordert 5000 bis 10.000 zusätzliche Soldaten. Derzeit gehören der Bundeswehr 178.000 Soldaten an. Die 2010 eingeleitete Bundeswehrreform sieht 185.000 vor.

Der Bundeswehrverband geht davon aus, dass derzeit rund 20.000 Soldaten in Einsätzen sind oder einsatzähnliche Aufgaben übernehmen. Ein großer Teil - rund 7000 Soldaten - ist für die Flüchtlingshilfe abgestellt. Wüstner fordert, diese Unterstützung der zuständigen Behörden nächstes Jahr zu beenden. „Es ist nicht unsere Kernkompetenz und auch nicht unsere Kernaufgabe“, sagte Wüstner. „Die Länder und Kommunen müssen nach einer gewissen Zeit auch in der Lage sein, diese Probleme und Herausforderungen wieder selbst zu lösen.“ (dpa)