Kirchhain - Sie hat es schon wieder getan: AfD-Kandidatin Alice Weidel stürmte erneut aus einem Interview. Diesmal nach weniger als vier Minuten. Schon ihren Auftritt in der ZDF-Talkshow „Wie geht's, Deutschland?“ beendete Alice Weidel vorzeitig. Diesmal brach sie nach nur zwei Fragen ein Interview mit der „Oberhessischen Presse“ ab. Was war passiert?

Weidel beklagte sich über schlechte Fotos

„Von mir werden dann immer nur die Gesichtshänger-Bilder genommen, dass es möglichst hässlich aussieht“ erklärte Weidel, noch bevor die erste Frage gestellt worden war. Die AfD-Kandidatin hatte sich bei den Journalisten der anwesenden „Oberhessischen Presse“ darüber beschwert, dass von ihr immer nur unvorteilhafte Fotos geschossen werden. Das Gezeter dauerte über zwei Minuten.

Als dann das Interview endlich losging, war Weidel schnell aus dem Konzept. Die Frage nach der Euro-Politik der AfD beantwortete sie noch sachgemäß.

Zweite Frage passte der Politikerin nicht

„Unser Markenkern, der alte Markenkern, Euro, ist immer noch der Gleiche. Er ist auch der neue Markenkern. Unser Wahlprogramm ist 80 Seiten lang, durch alle politischen Handlungsfelder durch. Damals hat man uns als Ein-Themen-Partei, als Euro-Partei deklariert, heute vielleicht als Flüchtlingspartei, nur das eine Thema. Dabei haben wir eigentlich die Kompetenzen über alle Handlungsfelder hinweg – wie man es sich eigentlich bei den anderen Parteien auch wünschen wollen würde“, erklärte Weidel.

Doch auf die Aussage der Journalisten, dass sich die AfD ihre Wähler derzeit mit der Flüchtlingsfrage an sich bindet und sich die Partei derzeit tendenziell islam- und ausländerfeindlich präsentiere, reagierte die Politikerin abweisend.

„Nee, ich habe jetzt keine Lust mehr“, entgegnete sie genervt. Auf Nachfrage betonte sie: „Wir sind weder islam- noch ausländerfeindlich.“ Damit war das Thema für sie erledigt.

Weidel verabschiedete sich mit Vorwürfen aus der Sendung. Sie erklärte: „Das sind mir zu unqualifizierte Fragen. Ich mach das nicht mehr. Es tut mir leid. Mit Rassismus und ausländerfeindlich und so. Ich brauch das alles nicht. Dann müssen Sie sich vernünftige Fragen differenziert überlegen, aber ich mach das hier nicht. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.“

Nach drei Minuten und 44 Sekunden war dann alles vorbei.

(dhu)