Foto: dpa/Tobias Felber

BerlinEs ist ja nicht so, dass es nicht gesund wäre. Also: keinen Alkohol zu trinken. Ich persönlich habe die diesjährige Fastenzeit diesbezüglich bis zum heutigen Tag verlängert und werde sicher – aus schierer Freude darüber, dass es möglich ist – noch eine Weile dabei bleiben. Bei der Überlegung der Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), den Alkoholausschank in Berliner Gaststätten einzuschränken oder womöglich zu verbieten, geht es tatsächlich auch um Gesundheit. Allerdings nicht um die der Leber, sondern die der Lunge. Alkoholisierte Menschen, so ihre sicher berechtigte Befürchtung, sprechen lauter und mehr und neigen dazu, den Abstand zu ihren umsitzenden Mittrinkern zu verringern. Alkohol torpediert die Corona-Schutzmaßnahmen. Man könnte auch sagen: Das Leben selbst torpediert die Corona-Schutzmaßnahmen.

Die Kneipe als geschützter Ort durchaus auch mal enthemmter Geselligkeit wäre mit einem Alkoholausschankverbot erledigt. Erst das Rauchverbot, dann die zunehmenden Vegan-Anforderungen, zuletzt die Registrierpflicht, und jetzt auch noch das. Die Gaststätte – in Baden-Württemberg nennt man sie „Wirtschaft“ – hätte endgültig abgewirtschaftet. Es könnte ja nicht einmal Sauf-Kneipen geben, in die die Leute analog zu den Raucher-Kneipen in vollem Bewusstsein und auf eigene Verantwortung gehen. Denn: Deine Gesundheit ist in diesem Fall auch meine Gesundheit. Und zwar besonders dann, wenn du den Ort deines  Lasters verlassen hast und neben mir im Bus sitzt.  

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