Berlin - Es ist offenkundig, dass die europäischen Länder, die sich von Portugal bis Estland und Polen, von Schweden bis Malta und Griechenland in der EU zusammengeschlossen haben, sich nur im Verbund miteinander in der Welt des 21. Jahrhunderts behaupten können. Die nächsten Jahrzehnte sind global durch die Koexistenz von Staaten und Staatengruppen mit sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Ordnungen geprägt. Die kommende Supermacht neben den USA wird China sein, doch auch Russland wird wegen seines Atomwaffenarsenals, als Energielieferant und aufgrund schlichter Größe weiterhin eine bedeutende Rolle spielen, in anderer Weise Japan und perspektivisch zumindest Indien und Brasilien. Ferner ist eine ganze Reihe früherer Entwicklungsländer, vor allem in Ostasien, zu Schwellenländern und teilweise modernen Industriestaaten avanciert.

Aus den kaum noch bestrittenen existenziellen Krisen der Menschheit ergibt sich gebieterisch die Notwendigkeit, bei den globalen Problemen von Friedenssicherung bis Bekämpfung der Armut und ebenso gravierend auf dem breiten Feld der Ökologie, trotz aller Interessen- und Auffassungsunterschiede und obwohl die Beteiligten zugleich in Konkurrenz zueinander stehen, international eng zusammenzuarbeiten. Die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten sind auf beides nur unzureichend vorbereitet. Weder gibt es ein klares gemeinsames Verständnis für diese Situation, noch existieren die Institutionen, um europäisch gemeinsame Ziele zusammen auch wirksam durchzusetzen.

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