Gerhard Schröder findet mittlerweile nur noch lobende Worte für Lehrer.
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Gerhard Schröder (76) gibt ein gelungenes Beispiel für die Lebensweisheit „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!“ ab. Vor 25 Jahren hat der Altkanzler in einem Schülerzeitungs-Interview alle Lehrer als „faule Säcke“ bezeichnet, eine damals heftig umstrittene Äußerung, die er jetzt endlich zurückzog, zumindest indirekt. „Ich hab das früher mal ein bisschen überzogen kritisiert, aber ich hab mich eines Besseren belehren lassen müssen: Es gibt ein großes Engagement von vielen über den Schulalltag hinaus“, erklärte Schröder am Dienstag in seinem Podcast bei Spotify – der übrigens „Die Agenda“ heißt und damit ein nicht weniger umstrittenes Kanzler-Wort in Erinnerung ruft.

In der aktuellen Folge spricht Schröder mit seinem Gast, dem Musikproduzent Mousse T. (53), neben hervorragender Lehrerarbeit und ungleichen Bildungschancen auch über die Corona-Krise. Wie die Politik mit der Krise umgegangen sei, sei „super“ gewesen, sagte Mousse T. Und Schröder stimmte zu: „Es gibt kaum ein Land, in dem man in einer solchen Situation besser und lieber lebt, als in Deutschland. Das haben die, und das muss ich auch mit Respekt vor der Kanzlerin, vor der Bundesregierung sagen, richtig gut gemacht.“ Das lasse sich nicht bestreiten. „Ich will nur leise anmerken, in der Heimat meiner wunderbaren Frau – Südkorea – haben sie es auch gut gemacht.“

Immer ganz der Charmeur alter Schule, unser lupenreiner Brioni-Anzug-und-Currywurst-Schröder. Und, um der Wahrheit die Ehre zu geben: Das zu Beginn zitierte Wort von dem „Geschwätz von gestern“ wird ebenfalls einem Alt-Kanzler zugerechnet, nämlich Konrad Adenauer (1876–1967) und klingt vollständig sehr viel schmeichelhafter: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden.“

Colin Kaepernick (32) darf auf einen Lernfortschritt hoffen. Der Football-Star wurde eine Symbolfigur im Kampf gegen Rassismus, seitdem er vor den Spielen mit einem Kniefall gegen Polizeigewalt protestierte – viele Spieler taten es ihm nach. Seit 2016 ist Kaepernick deswegen ohne Vertrag in der national Football League, die Clubs folgten einem Bannspruch Donald Trumps (74), der dem Quarteback „unpatriotisches“ Verhalten vorwarf. Doch die Zeiten ändern sich: Der Disney-Konzern kündigte jetzt eine Zusammenarbeit mit dem Spieler an, es sei eine Serie von Programmen „aus der Perspektive der black and brown communities“ geplant, die auch eine Dokuserie über Kaepernicks Leben beinhaltet.

Protest gegen Polizeigewalt: Die Spieler Colin Kaepernick (r.) und Eric Reid von den  San Francisco 49ers knien vor dem Spiel.
Foto: Getty Images/Thearon W. Henderson

Zuletzt hatte auch Streaming-Anbieter Netflix angekündigt, Kaepernick eine eigene Serie zu widmen. Dabei sollen vor allem die Highschool-Jahre des Footballers in sechs Episoden beleuchtet werden. Der Starttermin für „Colin in Black & White“ steht noch aus.

Prinz Harry (35) hat die Staaten des Commonwealth dazu aufgefordert, sich vor dem Hintergrund der aktuellen Rassismus-Debatte mit ihrer kolonialen Vergangenheit auseinanderzusetzen: „Wenn man quer durch das Commonwealth blickt, gibt es keinen Weg, wie wir vorankommen können, wenn wir die Vergangenheit nicht anerkennen.“ Der Prinz und seine Frau Meghan (38) hatten vergangene Woche an einer vom Netzwerk Queen‘s Commonwealth Trust (QCT) organisierten Videokonferenz teilgenommen. Das virtuelle Treffen mit Staatschefs des Staatenbundes, dem Harrys Großmutter, die britische Königin Elizabeth II., vorsteht, fand als Reaktion auf die weltweiten Proteste im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung statt.

Rassismus habe „keinen Platz“ in der Gesellschaft, so Harry, und komme dennoch viel zu häufig vor. „So viele Menschen haben unglaubliche Arbeit geleistet, um die Vergangenheit anzuerkennen und zu versuchen, Fehler zu korrigieren, aber ich denke, wir alle erkennen an, dass noch so viel mehr zu tun ist.“ Harry hatte seinerzeit den Rückzug aus dem britischen Königshaus unter anderem auch mit „rassistischen Untertönen“ in der Medienberichterstattung über seine Frau begründet. Meghan hatte als Tochter eines weißen Amerikaners und einer Afroamerikanerin wiederholt von persönlichen Erfahrungen mit Rassismus berichtet.

Bonus-Track: Das Commonwealth ist ein loser Staatenbund, der aus Großbritannien und vielen ehemaligen Kolonien des britischen Empire besteht. Die 54 Mitgliedsländer machen mit ihren 2,4 Milliarden Einwohnern ein Viertel der Weltbevölkerung aus. Der Queen‘s Commonwealth Trust soll jungen Menschen aus diesen Ländern eine Austauschplattform bieten. Harry und Meghan stehen dem Netzwerk als Präsident und Vizepräsidentin vor.