Los Angeles - Teenieschwarm Justin Bieber hat bei der Verleihung der American Music Awards in Los Angeles den ersten Preis des Abends abgeräumt. Der kanadische Sänger nahm die Auszeichnung dann auch direkt zum Anlass, um seinen Kritikern einen reinzuwürgen. Bieber bedankte sich bei denjenigen, die nicht an seinen langfristigen Erfolg geglaubt hätten. „Ich habe das Gefühl, dass ich noch eine sehr lange Zeit hier sein werde“, sagte Bieber. Danach gab's für den 18-Jährigen den Preis als bester Pop-/Rocksänger. Daneben wurde er für das beste Pop-/Rockalbum („Believe“) ausgezeichnet. Auf der Bühne stand Bieber übrigens nicht allein: Er brachte seine Mama mit, bei der er sich ebenfalls artig bedankte.

Carly Rae Jepsen, die mit ihrem Hit „Call Me Maybe“ internationale Charterfolge feierte, erhielt die Auszeichnung als beste neue Künstlerin. „Ich bin sprachlos. Wow“, sagte Jepsen, die sich bei Bieber und dessen Manager Scooter Braun bedankte.

Usher eröffnet die Show

Eröffnet wurde die dreistündige Veranstaltung im Nokia Theatre in Los Angeles von R&B-Sänger Usher. Umrahmt von einer grünen Lichtershow sang Usher ein Medley seiner Songs, darunter „Numb“, „Climax“ und „Can't Stop, Won't Stop“.
Taylor Swift räumte das fünfte Jahr in Folge den Preis als beste Country-Sängerin ab. „Das ist irreal“, sagte die 22-Jährige. Ihr Dank gelte den Fans. „Ihr seid diejenigen, die dafür (den Preis) gestimmt haben.“ Swift trug in Begleitung von Tänzern ihren Song „I Knew You Were Trouble“ vor - wie es sich für einen ordentlichen weiblichen US-Star derzeit offenbar gehört, muss dabei mindestens einmal das Outfit gewechselt werden: Swift wechselte sie von einem hellen Kleid in ein auffälliges Korsett und schwarzen Tüllrock.

Neonfarbig und wasserstoffblond

Das toppt Rapperin Nicki Minaj locker. Sie war während des Abends mal schwarz-perückt (bei ihrem Auftritt mit Justin Bieber), mal blond-gelockt und neonbekleidet (zur Preisentgegennahme) und mal im rosa-weißen Pommel-Pelz-Kleidchen unterwegs (bei einem zweiten Auftritt). Während man ihren Geschmack in Sachen Klamotte als eher fragwürdig ansehen darf, gibt's musikalisch dagegen offenbar nix zu meckern: Minaj räumt gleich zwei Preise ab. Nominiert war die 29-Jährige insgesamt drei Mal. Damit hatte sie vor ihrer Konkurrentin Rihanna die Nase vorn: Die war nämlich vier Mal nominiert und galt im Vorfeld als große Favoritin. Am Ende ging Rihanna aber mit nur einer Auszeichnung nach Hause. Immerhin war's eine der Paradekategorien: Sie erhielt den Preis für das beste Soul/ R&B-Album ("Talk, Talk, Talk").

Maroon 5 nahmen von drei Nominierungen einen Preis mit, und zwar den als beste Rockgruppe. Die britische Sängerin Adele wurde als beste Künstlerin im Bereich "Adult Contemporary" ausgezeichnet.

Zwischen den Preisübergaben traten Stars und Bands wie Christina Aguilera, Kelly Clarkson und No Doubt auf. Zum krönenden Abschluss des Abends sang der südkoreanische Rapper Psy seinen Welthit "Gangnam Style" - gemeinsam mit 80er-Jahre-Ikone MC Hammer. Das Publikum mit Prominenten wie Heidi Klum und Mark Wahlberg tanzte selbstverständlich ordnungsgemäß mit. Die Preisverleihung wurde ja immerhin live von US-Sender ABC übertragen.

Die American Music Awards (AMA) werden seit 1973 verliehen und gelten neben den Grammys als wichtigste Auszeichnungen in der amerikanischen Musikbranche. Die Preisträger werden jedes Jahr - anders als bei den Grammys - nicht über eine offizielle Jury, sondern anhand einer Abstimmung im Internet und über die Verkaufszahlen ermittelt. Erfolgreichster Künstler der AMA-Geschichte ist Michael Jackson mit 26 Preisen. (slo/dpa/dapd)