Washington - Pennsylvania Avenue, Hausnummer 1600, Washington. Das Weiße Haus. So lautet die neue Adresse von Donald Trump. Der liberale Demokrat Barack Obama übergibt den Stab und die Räumlichkeiten am Freitag an den ungestümen Republikaner Donald Trump. Der will sofort mit Abbrucharbeiten des politischen Vermächtnisses Obamas beginnen:

Sicherung der Grenzen

Trump will nach eigenen Worten schon am kommenden Montag anordnen, dass die Grenzen noch stärker als bisher geschützt werden sollen. Details hat der neue US-Präsident noch nicht verraten. Nach Medienberichten könnte er schnell einen Aufnahmestopp für Flüchtlinge aus Syrien verhängen. Außerdem sollen die Visa-Programme für legale Einwanderer auf den Prüfstand kommen. Auch das könnte Trump schon in den ersten Amtstagen anordnen. Er könnte auch die Abschiebung illegaler Einwanderer, die in den USA straffällig geworden sind, beschleunigen. In Gefahr ist auch Obamas Entscheidung, Kinder illegaler Einwanderer besser vor Deportation zu schützen. Langfristig plant Trump den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, braucht dazu allerdings Geld vom Kongress. Das könnte das Projekt zumindest verlangsamen.

Handel

Zu den ersten Amtshandlungen Trumps dürfte es gehören, das unterschriftsreife Freihandelsabkommen der USA mit Pazifik-Anrainerstaaten in den Papierkorb zu werfen. Auch Nafta, das Handelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada, steht in Frage. Der geplante Handelspakt TTIP zwischen der EU und den USA wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu Ende verhandelt. Trump will den Ausstieg der Briten aus der EU nutzen. Er setzt auf bilaterale Abkommen, nicht mehr wie Obama auf multinationale Verträge. Zudem droht er Unternehmen, die im Ausland produzieren, mit hohen Importzöllen.

Energie

Umweltschutzauflagen aus der Obama-Ära sind Trump ein gewaltiger Dorn im Auge. Er nennt diese Verordnungen Job-Killer. Statt auf erneuerbare Energien setzt Trump auf Kohle, Öl und Erdgas aus heimischen Quellen. Er will die Keystone-Pipeline ausbauen lassen. Unklar ist, wie schnell Trump diese Pläne umsetzen kann. In den ersten 100 Tagen dürfte ihm das nicht gelingen, denn in vielen Fällen bräuchte es neue Gesetze.

Krankenversicherung

Trump hat zwar versprochen, „Obamacare“ am ersten Amtstag abzuschaffen. Er hat allerdings im Wahlkampf nicht gesagt, dass er dazu den Kongress braucht. Dort haben Trumps Republikaner zwar die Mehrheit. Sie sind sich auch mit dem neuen Präsidenten einig, dass „Obamacare“ abgeschafft gehört. Doch das Parlament arbeitet langsam. Es könnte Monate dauern, bis eine Regelung gefunden ist. Die Demokraten werden mit Tricks versuchen, das Schleifen des Versicherungsschutzes so lange wie möglich zu verzögern.

Abwehr von Cyberattacken

Trump will drei Monate nach Amtsübernahme einen neuen Plan zur Abwehr von Cyberattacken durch Computerhacker vorlegen. Dass ihm das gelingt, wird nicht angezweifelt. Unklar ist, wie die neuen Abwehrmaßnahmen aussehen werden. Die USA gehören bereits zu den Staaten mit der größten Erstschlagskapazität im Cyber-Krieg. Aber auch das hat nicht verhindern können, dass Hacker im Wahlkampf Computer der beiden großen Parteien attackiert haben. Das führte zuletzt zu einem heftigen Streit zwischen Trump und den Geheimdiensten.