Vielleicht ist das die entscheidende Frage: „Welcher Partei trauen Sie am ehesten zu, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen?“ 22 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt sehen die Kompetenz vor allem bei der CDU, ein Plus von drei Punkten im Vergleich zu 2016. Auf Platz zwei folgt die Linke (20 Prozent; -5) und auf dem dritten Platz die SPD mit 17 Prozent. Minus 9 Punkte. Die Zahlen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap für das Erste ermittelt.

Man kann die Antworten so deuten, dass die Menschen den beiden Parteien, die die soziale Gerechtigkeit zu ihren Kernkompetenzen zählen, nicht mehr zutrauen, ihre Ziele auch durchzusetzen. Dann wird es für  linke Parteien schwierig, das Ergebnis in Sachsen-Anhalt spricht  eine klare Sprache. Die Linke hat ihr schwächstes Ergebnis seit 1990, die SPD rutscht auf ein neues Tief. Es sei nur daran erinnert, dass in dem Land die Linkspartei 2006 mit etwas mehr als 24 Prozent ihr bestes Ergebnis eingefahren hat; die SPD mit Rainhard Höppner 1998 sogar 35,9 Prozent. Seitdem haben beide Parteien nur noch verloren.

Während die Linke wenigsten beim Thema „Welcher Parteitrauen Sie am ehesten zu, die Interessen der Ostdeutschen zu vertreten?“ mit 24 Punkten an der Spitze liegt, landet die SPD auch bei diesem Ranking abgeschlagen mit 9 Prozent auf dem vierten Platz – hinter der AfD. 

Und auf der anderen Seite stand das klar „beste Gesamtpaket“, wie es in der Analyse der Forschungsgruppe Wahlen steht: Reiner Haseloff und die CDU. Bei „Parteiansehen, Regierungsarbeit und Sachkompetenz“ liege die Union klar vorne, gerade beim Top-Thema Corona. 54 Prozent der Befragten sind laut Infratest dimap zufrieden mit der Regierung in Magdeburg. Das an  der Regierung SPD und Grüne beteiligt sind, ist dabei untergegangenen. Die Erfolge werden vor allem Reiner Haseloff zu geschrieben, 81 Prozent sind zufrieden mit seiner Arbeit. 

Den Erfolg der AfD sehen die Experten der Forschungsgruppe Wahlen in dem strukturellen Potenzial einer Wählerschaft, „die sich oft benachteiligt fühlt und die zum Rechtsextremismus oder zu Ausländern sehr eigene Ansichten hat“. Die AfD betrachten sie  eine Art Kommunikationsplattform, weil die AfD vermeintlich als einzige die wichtigen Probleme beim Namen nenne.