Bundeskanzlerin Angela Merkel.
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BerlinZum Kommentar „Die Stimmung wird kippen“ von Michael Maier über die Lage der Gesellschaft in der Corona-Krise, erschienen am 25. April, haben uns zahlreiche Zuschriften unserer Leserinnen und Leser erreicht.

Lesen Sie hier eine Auswahl jener, die dem Autor widersprechen:

Diese Situation gab es ja noch nie und dummerweise können wir nur aus Fehlern lernen. Beim nächsten Mal können wir es ja besser machen. 

Jürgen Adam, per E-Mail

Wie kommen Sie darauf, dass die Politik die Grenzen ihres Wirkens nicht kenne und aus den Fugen geraten sei? Welche Vorgehensweise fänden Sie geeigneter? Ich persönlich kenne ausschließlich Menschen, die voller Anerkennung vom bislang gelungenen politischen Management sprechen, wobei jede/r auch angstvoll und skeptisch in die Zukunft schaut und sehr wohl genau beobachtet, welche Lockerungen gestattet werden und welche nicht. Schließlich werden wir von einer eher konservativ verfassten Großen Koalition regiert, da bleiben viele Menschen auf der Strecke und bekommen nur kleine Häppchen ab ... Die Grundrente zum Beispiel wurde gerade weit nach hinten verschoben. „Apokalyptische Panikmache" kann ich jedoch nicht erkennen.

Barbara Esch-Eckert, per E-Mail

„Als kritischer und links eingestellter Zeitgenosse fühle ich mich erstaunlicherweise ausgesprochen gut durch die Politik vertreten. In dieser historisch besonderen Situation gelingt es der Bundeskanzlerin und ihren Ministern in beeindruckender und völlig uneitler Weise, durch den Einbezug der unterschiedlichsten Personen, Ebenen und Sichtweisen Entscheidungen transparent zu treffen, die naturgemäß nicht sicher sein können. Viel zu viele Populisten möchten Sicherheit vermitteln und scheitern dabei kläglich. Wir können aus meiner Sicht froh sein, dass Frau Merkel eben nicht panisch reagiert und den Anspruch hat, eine ganze Nation alleine führen zu können. Dies mit etwas Demut anzuerkennen, widerspricht nicht einer kritischen Lebenseinstellung.“

Ulrich Niehoff, per E-Mail

Wenn „Die Politik“ in so einer Weise angegriffen wird, dann finde ich es unsachlich und polemisch.

Maria Kaiser, per E-Mail

Die deutsche Politik als „aus den Fugen geraten“ zu bezeichnen, ist allerbeste Schwarzmalerei à la FDP und AfD. Andere Länder beneiden uns um unsere derzeitige Regierung.

Martin Trnka, per E-Mail

Der Verdacht liegt fast nahe, dass hier ein wohlsituierter Bürger klagt und die Welt nicht richtig versteht oder Realitäten, die doch offensichtlich wahrnehmbar sind. Was zeigt uns denn diese Krise bisher? Überwiegend Gemeinsinn, Solidarität, Hilfsbereitschaft, Zurücknehmen von liebgewordenen selbstverständlichen Gewohnheiten. Die überwiegende Mehrheit unserer Gesellschaft erweist sich doch als mündige Bürger, die sich den geltenden Regeln unterordnen und sie verstanden und akzeptiert haben. Zu glauben, dass es eine normale Rückkehr zur Normalität geben kann, ohne dass Lehren gezogen werden, ist von großer Naivität. Jede Krise, die überwunden worden ist (die Menschheit ist ja immer noch da, trotz diverser Katastrophe in ihrer Geschichte) bringt neue Sichtweisen und Überlegungen hervor. Hier ist die Politik gefragt: Ein einfaches Weiter so wird es nicht geben können Ich bin aber Optimistin und sage, es liegt an uns allen! Ja, es wird langwierig und schwer, aber was ist das schon, wenn es um Leben oder Tod geht!

Sabine Böhm, Berlin-Köpenick

Dass Corona eine ernstzunehmende Krankheit ist und in anderen Ländern das Gesundheitssystem zusammen bricht, wird hier vollkommen ignoriert.

Katharina Haase, per E-Mail

Es ist sicherlich keine Welt, von der jeder weiß, wie sie funktioniert, aber es hilft sicherlich auch nicht, weiterhin Unsicherheit zu schüren.

Miriam Schüngel, per E-Mail

Damit spielen Sie Verschwörungstheoretikern und Populisten in die Hände. Wir befinden uns in einer Situation, die von uns allen viel abverlangt, und wo keiner so richtig weiß, welcher der richtige und welcher der falsche Weg ist, und da werden sicher auch falsche Entscheidungen getroffen. Ja, es sind Jobs in Gefahr, und es werden Jobs verloren gehen, aber es werden auch wieder neue Jobs entstehen. Ein verlorenes Menschenleben bleibt verloren, und wir können uns glücklich schätzen, dass wir nicht so stark betroffen sind, wie andere Nationen, und das hat sicherlich auch was mit den Maßnahmen zu tun. Das Tragen von Masken ist nun wirklich kein Drama und wird in vielen Ländern bereits praktiziert und dauerhaft angewendet. Da werden wir das doch für eine gewisse Zeit und in gewissen Situationen auch aushalten?!?

Stephan Zoch, per E-Mail

Dieser Situation, die weltweit alle Menschen betrifft, und die sich niemand ausgesucht hat, und nicht nur die Regierungen vor große Herausforderungen stellt, ist das nicht angemessen.

Ina Hellmers, per E-Mail

Wollt Ihr wirklich Zustände wie im Mittelalter, wo ganze Landstriche entvölkert wurden oder wie in Italien, wo Ärzte Patienten zum Sterben nach Hause schicken mussten? Es kann nur schrittweise aufwärts gehen, und unsere Politiker leisten einen guten Job. Wir dürfen unser Gesundheitssystem nicht überlasten, außerdem müssen wir sehen, dass unserer Wirtschaft das Überleben gesichert wird. Ein Spagat in Zwei-Wochen-Schritten. Erst wenn die Medizin in der Lage ist, ein geeignetes Medikament herzustellen, wird sich das grundlegend ändern.

Günther Grunwald, per E-Mail

Deutschland steht dank der Maßnahmen an der Spitze in der westlichen Welt, was die Eindämmung der Pandemie angeht. Eigentlich schon eine Unverschämtheit, dass man in diesen Zeiten so etwas lesen kann.

Buelent Oezkan, per E-Mail

Der vorliegende Kommentar ist ein einziger Versuch, die Politiker in Deutschland zu diffamieren, und das ist etwas, was in der aktuellen Situation niemandem hilft, der ernsthaft an diesen Staat und seine demokratische Struktur glaubt. Auch wenn nicht alles richtig gemacht wurde und wird, ein Blick in die Situation in vergleichbaren Staaten zeigt doch deutlich, dass wir in Deutschland auf einem guten Weg sind, die komplexe Infektionsproblematik einigermaßen gut zu beherrschen.

Norbert Wimmer, Berlin-Reinickendorf

Sehr gemütlich, wenn man in der Krise nicht zu den Entscheidungsträgern gehört und sich dann genüsslich über die eine oder andere widersprüchliche Entscheidung und als Beispiel für eine „totale Fehleinschätzung der Politik“ heranziehen kann.

Katja Schwend, per E-Mail

Während Geschäfte wieder zunehmend öffnen, die Schulen vorsichtig den Unterricht starten , Friseure bald ihre mit Masken versehenen Kunden empfangen werden, zeichnet Herr Maier ein düsteres Bild einer aus den Fugen geratenen Politik, die sich blind dem Diktum der Virologen beugt und durch wirre Maßnahmen die Gesellschaft an den Rand des Abgrundes schiebt. Was empfiehlt Herr Maier? Dass man nicht auf die Fachleute hört? So wie Herr Johnson und Herr Trump zu Beginn der Pandemie? Kontaktbeschränkungen als freiwillige Maßnahme völlig dem Einzelnen überlässt? Es ist halt nun mal so, dass das Virus sich umso schneller ausbreitet, je mehr Menschen Gelegenheiten haben, sich zu treffen, und ich bin froh, dass die Politik hier schrittweise und zügig Einschränkungen beschlossen hat, die ja nun auch Wirkung zeigen und nun, für Viele zu schnell, für Andere zu langsam, gelockert werden. Natürlich ist die Pandemie für uns alle eine völlig neue Herausforderung und verursacht großen Stress, aber dem werden wir nicht entgehen, wenn wir einfach die Augen vor den Tatsachen verschließen.

Michael Schwend, per E-Mail

Sollten wir in Deutschland zu Zuständen wie in Italien, den USA oder Spanien kommen, können Sie sich ja vor den Ärzten rechtfertigen, die die Entscheidung darüber treffen müssen, wer leben darf und wer stirbt.

Milan Lütje, per E-Mail

Die Stimmung hat schon angefangen zu kippen, die Menschen halten sich immer weniger an die Abstandsregeln. Es geht hier doch darum, zu verhindern, dass das hochansteckende neuartige Virus (einer bekannten Virusart) sich nicht wildwuchernd exponentiell so verbreitet, dass unser Gesundheitssystem überlastet wird wie in Italien und New York. Was heißt, die Politik lässt die Virologen die Gesellschaft der Zukunft formen? Die Bundes- und Landesregierungen lassen sich zum Glück hier von anerkannten Experten beraten und treffen ihre Entscheidungen dann selbst und dank Föderalismus unterschiedlich. Und was die zutreffenden erheblichen Verluste vieler Wirtschaftsbranchen betrifft: Kann man das höchste Rechtsgut Leben dagegen abwägen? Restaurantbesucher können nicht 1,5-2 Meter Abstand zum Kellner haben, und zu anderen wohl auch kaum auf den Wegen zwischen den Tischen und zur Toilette. Alle Lockerungen werden die Infektionen wieder ansteigen lassen. Ich selbst fühle mich sehr stark betroffen und eingeschränkt im beruflichen wie privaten täglichen Leben durch die Anti-Corona-Maßnahmen. Und halte sie dennoch für nötig zum Schutz der Allgemeinheit vor der zu schnellen Virusausbreitung.

Bettina Baumert, Berlin-Schöneberg

In einer angespannten Situation brauchen wir keinen Journalisten, der darin noch herumstochert und Leute aufhetzt à la Trump. Hier alles aufzuzählen, was vielen nicht passt, das weiß das Volk selbst! Man muss jetzt da durch: Wenn die Beschlüsse übertrieben waren, okay, kann man rückgängig machen. Wenn man aber dem Autor folgt, und das geht schief, sagt man dann zu den Toten und chronisch Kranken: Sorry, wir haben die Situation unterschätzt? Wer will das verantworten!

Fritz Hoffmann, per E-Mail

Ich sehe es als höchst verantwortungslos an, die Menschen zu animieren, die Maßnahmen zum Eindämmen der Pandemie nicht ernst zu nehmen. Wie unglaublich egozentrisch ist es, sich über die Maßnahmen zum Tragen von Masken zu mokieren. Es ist eine Unannehmlichkeit, aber man kann damit beitragen, Menschenleben zu retten. Und das funktioniert nur, wenn wir uns über einen bestimmten Zeitraum ALLE daran halten. Mit den Maßnahmen, die ergriffen wurden, haben wir es geschafft Situationen wie in Italien und Spanien zu verhindern. Aber die Gefahr ist nicht vorbei! Das macht mir große Angst, alles, was wir bisher erreicht haben, kann wieder zunichte gemacht werden, wenn wir nicht weiter aufmerksam und achtsam handeln.

Susan Golling, per E-Mail

Für jemanden, der Asien besucht oder gar dort gelebt hat, ist die Maske weder Mühsal noch Pflicht, sondern Selbstverständlichkeit. Sie ist nicht Ausdruck von Selbstschutz, sondern zeigt, dass uns das Wohl unserer Mitmenschen am Herzen liegt und das bei über 40C und 100% Luftfeuchtigkeit. Bevor man die Corona-Infektion selber wahrnimmt, ist man schon hoch infektiös und hat, im schlimmsten Fall, zwei neue Infekt-Generationen gezeugt. Die Maske schützt andere vor uns.

Carl-F. Herden

Die Stimmen der Leser, die Michael Maier zustimmen, lesen Sie bitte hier.