Portland - Sie starb so, wie sie es sich gewünscht hatte: selbstbestimmt. „Heute ist der Tag, den ich gewählt habe, um angesichts meiner unheilbaren Krankheit in Würde dahinzuscheiden, dieser schreckliche Gehirntumor, der mir so viel genommen hat . . . aber der mir noch so viel mehr genommen hätte“, schrieb Brittany Maynard am Samstag auf Facebook: „Lebewohl an all meine lieben Freunde und die Familie, die ich liebe.“ Dann nahm sie die vom Arzt verschriebenen Pillen und starb friedlich im Kreise ihrer Familie. Der Fall der 29 Jahre alten Frau hat die Öffentlichkeit in den USA tief bewegt. Ihre Entscheidung dürfte jetzt der Debatte um das Recht auf selbstbestimmtes Sterben neuen Auftrieb geben.

Brittany Maynard litt an einem unheilbaren Gehirntumor. Im April hatten ihr die Ärzte gesagt, sie habe nur noch sechs Monate zu leben. Die Angst vor den Schmerzen und der Hilflosigkeit war offenbar größer als die Angst vor dem Tod. Deswegen entschloss sich Maynard, von Kalifornien nach Oregon zu ziehen. Das ist einer von fünf US-Bundesstaaten, im dem seit 17 Jahren Sterbehilfe erlaubt ist. Die junge Frau sei überzeugt gewesen, dass es allen todkranken Menschen in den USA erlaubt sein müsse, selbst zu entscheiden, wann das Leben zu Ende gehen soll, heißt es im Nachruf der Familie, der auf der Webseite Maynards veröffentlicht wurde. Brittany Maynard habe fest daran geglaubt, dass die Freiheit in der Wahlmöglichkeit liege. In den vergangenen Monaten hatte sie in zahlreichen Videobotschaften und Interviews für ärztlich beaufsichtigte Sterbehilfe geworben.

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