Washington - Eines der ersten Telefonate der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump hat laut einem Bericht zu Irritationen zwischen beiden Regierungen geführt.

Merkel habe dem Präsidenten in dem Gespräch erklärt, warum die Ukraine eine wichtige Rolle in den transatlantischen Beziehungen spiele, schrieb die „New York Times“ unter Berufung auf Regierungskreise. Der Präsident habe dabei Wissenslücken offenbart. Er habe wenig Ahnung über die Bedeutung der Ukraine oder das schwierige Verhältnis zu Russland gehabt.

Deutsche Regierungsvertreter seien erschrocken gewesen über die Unkenntnisse. Noch mehr verstört habe sie aber, dass sich Mitarbeiter des Weißen Hauses nach dem Gespräch beschwert hätten, Merkel habe sich zum Präsidenten herablassend verhalten.

Trump schlug bilaterales Abkommen zwischen Deutschland und USA vor

Bei Merkels Besuch im Weißen Haus im März 2017 soll Trump ihr dem Bericht zufolge dann vorgeschlagen haben, ein bilaterales Handelsabkommen auszuhandeln. Deutschland darf das nach EU-Recht nicht. Statt Trumps Unkenntnis zu entlarven, habe Merkel erwidert, dass man natürlich darüber verhandeln könne, es müsse aber ein Handelsabkommen zwischen den USA und der EU sein.

Trump habe daraufhin gesagt: „Also könnte es bilateral sein?“ Als Merkel genickt habe, habe der Präsident zu seinem Handelsminister Wilbur Ross gesagt: „Wilbur, wir werden ein bilaterales Handelsabkommen mit Europa aushandeln.“ Die USA und die EU hatten mehrere Jahre lang über das transatlantische Handelsabkommen TTIP verhandelt; die Gespräche liegen aber seit Januar auf Eis. (dpa)