Berlin - Die Bundesregierung hat die Entscheidung verteidigt, zwei Regierungsmitglieder parallel in zwei Flugzeugen in die USA reisen zu lassen. Organisatorische Entscheidungen hätten den Ausschlag dafür gegeben, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU) am Sonntag getrennt über den Atlantik geflogen seien, sagte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin.

Die getrennte Anreise habe nichts mit Platzgründen oder „irgendwelchen persönlichen Dingen“ zu tun, sagte Demmer. Jede Reise werde „den eigenen Notwendigkeiten folgend organisiert“. In den betreffenden Fällen habe es „jeweils eigene Reiseziele, einen eigenen Reisegrund, eigene Delegationen“ gegeben, sagte sie weiter. Der Bundesregierung sei dabei bewusst, dass sie „auf den eigenen CO2-Fußabdruck achten“ müsse.

Klimaauswirkungen werden ausgeglichen

Seit 2014 werde die Klimaauswirkung solcher Reisen ausgeglichen. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden dafür 2017 gut 300.000 Tonnen CO2-Äquivalente kompensiert; dies habe 1,7 Millionen Euro gekostet. Für 2018 seien bis zu zwei Millionen Euro dafür eingeplant. Allerdings liegen die Kompensationssummen weit unter denen, die etwa bei Portalen wie Atmosfair pro Tonne CO2 angesetzt werden.

Bei der Berechnung folge die Regierung einem eigenen Mechanismus, der von gängigen Instrumenten wie etwa dem Atmosfair-Rechner im Internet abweiche, teilte dazu das Umweltressort mit. Merkel nahm am Montag am UN-Klimagipfel in New York teil, Kramp-Karrenbauer wollte in Washington US-Verteidigungsminister Mark Esper treffen.

Der „Spiegel“ hatte berichtet, dass die Verteidigungsministerin getrennt geflogen sei, weil sie bei einem Mitflug in der Kanzlerinnenmaschine ihre Delegation hätte reduzieren müssen. (afp)