Merkel und der Osten: schwaches Medienecho

Angela Merkel wuchs in der DDR auf und wurde Kanzlerin aller Deutschen. Das Thema Ostdeutschland hat sie in ihren Reden immer wieder aufgegriffen, nicht nur in den Jubiläumsjahren. Das Medienecho aber war die meiste Zeit über schwach. Für die Analyse verwendeten wir die Website Bundeskanzlerin.de, die unter anderem die Reden von und eine sehr große Auswahl von Artikeln über die Kanzlerin veröffentlicht. Wir suchten nach den Begriffen „DDR“, „Ostdeutschland“, „Neue Bundesländer“ und den Namen dieser Länder.

Zwischen 20 und 40 Prozent der Reden der Kanzlerin thematisierten Ostdeutschland. Aber nur rund 10 Prozent aller Artikel, die über die Kanzlerin erschienen, thematisierten Ostdeutschland. Im aktuellen Jahr stieg das Medieninteresse an, wohl auch wegen der Wahlen in einigen Ost-Bundesländern.

Wir haben all jene Artikel für die Analyse herangezogen, die auf Bundeskanzlerin.de veröffentlicht wurden. Um zu überprüfen, ob die Auswahl repräsentativ ist, haben wir eine sehr ähnliche Analyse des dpa-Basisdienstes veranlasst, die ein ebenso geringes Niveau zeigt (gestrichelte Linie).
Grafik: VisualDriven.by

Berlin - Eine der großen Debatten in diesem Jahr geht um die Frage, warum viele Menschen im Osten Deutschlands sich immer noch vom Westen überrumpelt, bevormundet und gegängelt fühlen.

Wie kann das sein, da das Land seit 14 Jahren von einer ostdeutschen Kanzlerin regiert wird und zudem fünf Jahre lang einen ostdeutschen Bundespräsidenten hatte? Wir haben untersucht, wie intensiv Angela Merkel ihre Herkunft und überhaupt Fragen Ostdeutschlands thematisiert hat, und wie das in den Medien aufgenommen worden ist. Das überraschende Ergebnis: die publizistische Resonanz ist kleiner, als ihre Aktivitäten vermuten lassen.

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