Kaum ist das TV-Duell vorbei, beginnt auch gleich die Auswertung der beiden Kandidaten und wie sie auf die Zuschauer wirkten. Wer war angriffslustiger, wer kompetenter? Und wer hatte die besseren Argumente? Wichtig ist aber auch: Welcher Kandidat und welche Themen haben das meiste Interesse hervorgerufen. Hierauf können die Google-Suchtrends eine Antwort geben.

Vieles bleibt außen vor

Während das Thema Flüchtlinge in den Tagen vor der Sendung am häufigsten gegoogelt wurde, spielte es während der Sendung dagegen kaum eine Rolle, auch wenn es sehr ausführlich behandelt wurde. Einen sehr hohen Anstieg gab es dagegen beim Thema Türkei. Hier stritten sich die beiden Kandidaten vor allem um den Umgang mit und einer härteren Gangart gegenüber Präsident Erdogan.

Einen großen Ausschlag gab es auch bei der Maut. Eigentlich stand sie nicht auf der Agenda des Duells. Schulz erinnerte jedoch an Merkels Versprechen, mit ihr werde es keine Maut geben, um ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben.

Den zweithöchsten Ausschlag gab es beim Themenfeld innere Sicherheit, speziell dem Anschlag am Berliner Breitscheidplatz. Viele Nutzer suchten daraufhin nach dem damaligen Attentäter, Anis Amri. Auch bei der Rente und Nordkorea gab es Ausschläge, wenn auch weit geringer.

Zu den anderen Themen wie den USA und Trump, Steuern und Entlastungen oder Islam gab es dagegen kaum ein gesteigertes Suchinteresse.

Insgesamt fanden jedoch die meisten Themen, die die Internetnutzer in den sieben Tagen vor dem Duell suchten, kaum Einzug in die Sendung. Zwar wurde ausführlich über das am häufigsten gesuchte Themenfeld Flüchtlinge gesprochen, dafür fielen jedoch fast alle anderen unter den Tisch. Die in der Rangliste nachfolgenden Themen Bildung, Cannabis, Solidaritätszuschlag oder das bedingungslose Grundeinkommen kamen überhaupt nicht vor.  

Zum am dritthäufigsten gesuchten Begriff Rente wurde immerhin von beiden Kandidaten versichert, dass mit ihnen nicht bis zum 70. Lebensjahr gearbeitet werden muss. Zum Thema Diesel, das auf Platz fünf der Suchinteressen liegt, verständigten sich beide Kandidaten darauf, eine Musterfeststellungsklage auf den Weg zu bringen. Kurz darauf wurde dieser Begriff sogar zu dem am meisten gesuchten des Abends.

Klar zu sehen ist das deutlich gesteigerte Suchinteresse sowohl für Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) als auch für Herausforderer Martin Schulz (SPD). Beide liegen bei der Anzahl der Suchanfragen in etwa gleich auf, mit leichtem Vorteil für Merkel. In den Wochen vor dem TV Duell war die Bundeskanzlerin noch deutlich vor Schulz und damit für die Internetnutzer von deutlich größerem Interesse.

Wären in der Sendung die gleichen Fragen gestellt worden, die die Nutzer an Google richteten, hätte das TV-Duell deutlich anders ausgesehen. Häufige Fragen waren etwa: „Wie groß ist Martin Schulz“ oder „Seit wann regiert Merkel?