München - Nach der Eskalation im Verhältnis zwischen der Türkei und den Niederlanden hat sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) voll auf die Seite des deutschen Nachbarlandes gestellt. Die Niederlande hätten ihre „volle Unterstützung und Solidarität“, sagte Merkel am Montag bei einem Wirtschafts-Termin in München. Nazi-Vergleiche, wie sie der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan öffentlich geäußert hatte, kritisierte sie als „völlig inakzeptabel“.

Diese Vergleiche führten in die Irre, sie verharmlosten das Leid der Opfer. Ein Landeverbot für den türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu in den Niederlanden hatte am Wochenende zu heftigem Streit zwischen Ankara und Den Haag geführt. Erdogan hatte niederländische Regierungsmitglieder daraufhin als „Nazi-Überbleibsel“ bezeichnet.

Nazi-Vergleiche verharmlosen das Leid

„Ich habe im Deutschen Bundestag die rhetorischen und wie auch immer gearteten Vergleiche durch türkische Persönlichkeiten mit dem Nationalsozialismus für Deutschland abgelehnt. Und diese Ablehnung gilt in vollem Umfang natürlich auch für mit uns befreundete Länder, wie zum Beispiel die Niederlande“, sagte Merkel, ohne Erdogan dabei beim Namen zu nennen.

„Diese Vergleiche führen völlig in die Irre, sie verharmlosen das Leid“, kritisierte Merkel und fügte hinzu: „Gerade mit Blick auf die Niederlande, die so gelitten haben unter dem Nationalsozialismus, ist das völlig inakzeptabel. Und deshalb haben die Niederlande meine volle Unterstützung und Solidarität.“ (dpa)