Annalena Baerbock ist als Grünen-Vorsitzende wiedergewählt.
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BielefeldMit einem Rekordergebnis ist Annalena Baerbock für zwei weitere Jahre zur Bundesvorsitzenden der Grünen gewählt worden. Die 38-Jährige erhielt beim Bundesparteitag in Bielefeld 97,1 Prozent der Stimmen. Auch Robert Habeck ist für zwei weitere Jahre zum Bundesvorsitzenden der Grünen gewählt worden. Der 50-Jährige erhielt 90,4 Prozent der Stimmen.

Die Grünen müssen sich der Frage stellen, ob sie für die nächste Bundestagswahl einen Kanzlerkandidaten aufstellen - bisher ist das in der Parteispitze aber ein Tabu.

Baerbock erhielt in Bielefeld das beste Wahlergebnis in der Geschichte von Bündnis 90/Die Grünen - die westdeutschen Grünen und das ostdeutsche Bündnis 90 hatten sich 1993 zusammengeschlossen. Das bisher beste Ergebnis hatte die heutige Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth erzielt. Sie bekam 2001 in Stuttgart 91,5 Prozent.

Baerbock will breitere Bündnisse schaffen

Baerbock hatte bei ihrer ersten Wahl vor knapp zwei Jahren 64,5 Prozent bekommen, sie hatte dabei aber eine Gegenkandidatin. In Bielefeld stimmten 740 von 762 Delegierte für sie.

Die beiden wiedergewählten Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck und Annalena Baerbock.
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Baerbock nahm die Wahl an. In ihrer Bewerbungsrede hatte sie als Aufgabe für die Partei formuliert, „breitere Bündnisse“ zu schaffen. „Nicht mit denen, die genau so ticken wie wir, sondern mit denen, die uns wirklich herausfordern.“ Nur so könnten die Grünen verändern statt zu versprechen, auch wenn es anstrengend und kompliziert sei. „Wir müssen nicht nur Ziele formulieren, wir müssen sie auch umsetzen, im Hier und Heute.“

Sie wolle nicht, dass die Gestaltungsmacht der globalisierten Wirtschaft überlassen werde, sagte Baerbock. „Ich will, dass Politik die Verantwortung übernimmt, unsere Zukunft zu gestalten.“ Sie wolle eine Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen und ohne Öl, Kohle oder Gas, die dennoch den Wohlstand sichere. Die „ökologische Transformation“ müsse auch sozial sein und für alle Menschen funktionieren - auch für Stahlarbeiter oder Handwerker.