Frankfurt/Main - Der terrorverdächtige Tunesier Haikel S. muss in Abschiebehaft. Das hat das Amtsgericht Frankfurt am Freitag auf Antrag der Ausländerbehörde angeordnet. Das berichteten die Anwältin des Mannes und die Generalstaatsanwaltschaft.

Im August 2016 war Haikel S. erstmals in Deutschland festgenommen worden, wegen Körperverletzung und einem Festnahmeersuch aus Tunesien zur Vorbereitung der Auslieferung. Dabei ging es auch um den Verdacht, dass er an dem Anschlag auf das Bardo-Museum in Tunis im März 2015 mit mehr als 20 Toten beteiligt war. Doch weil die tunesischen Behörden die nötigen Papiere für eine Auslieferung nicht schickten, wurde er im November 2016 aus der Haft entlassen. Die Polizei musste ihn dauerüberwachen.

Anfang Februar 2017 wurde S. erneut festgenommen, diesmal wegen des Verdachts auf Anschlagspläne in Deutschland. Mitte März sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), er rechne mit einer baldigen Abschiebung. Doch Haikel S. stellte einen Asylantrag – mit der Begründung, in der Heimat drohe ihm die Todesstrafe. Seine Abschiebung wurde wenige Minuten vor dem Abflug vom Frankfurter Flughafen gestoppt. Der Asylantrag wurde danach zwar abgelehnt, doch Haikel S. bemühte immer wieder juristische Mittel.

Das Verwaltungsgericht Frankfurt untersagte die Abschiebung des Tunesiers schließlich – wegen der drohenden Todesstrafe in der Heimat.

Nach dem Beschluss des Amtsgericht Frankfurt kommt der Gefährder nun in Abschiebehaft. (dpa)