Durch die dezente Auswahl modischer Accessoires hat Peru den Staatschefs der Pazifikanrainer in diesem Jahr größere Peinlichkeiten erspart. Traditionell streifen sich die Präsidenten der Apec-Staaten zum Ende ihrer Gipfeltreffen folkloristische Kleidungsstücke des Gastgeberlands über. Der diesjährige Gastgeber Peru hatte 2008 für Spott gesorgt, als er die Staatenlenker in voluminöse Ponchos steckte, die Kritiker an Kartoffelsäcke erinnerte.

Diesmal kamen die Staatschefs, unter ihnen US-Präsident Barack Obama, beim Familienfoto in Lima mit einem locker um die Schulter gelegten Schal davon. Das dezente braune Gewebe hat es bei aller Unauffälligkeit dennoch in sich: Die Wolle stammt von dem Andentier Vicuna, einer Art Lama. Sie zählt zu den teuersten Textilien überhaupt. Händler in Lima schätzten den Wert der Schals auf 1500 bis 3000 Dollar (1400 bis 2800 Euro) pro Stück.

Auch andere Gastgeber hatten sich bei Apec-Gipfeln bereits modische Missgriffe geleistet. Die Staatschefs wirkten vor einigen Jahren erkennbar unbehaglich, als sie in Vietnam in eng geschnittenen „Ao-Dai“-Roben zum Familienfoto mussten. Auch die machohaften Bomberjacken, welche die USA 1993 als Gastgeber den Gipfelgästen verpassten, ließen nicht jeden Staatschef flott aussehen. (afp)