Übersicht über das Armeekrankenhaus im Süd-Elsass.
Foto: AP/dpa/Jean-Francois Badias

MülhausenEin im Süd-Elsass für Coronavirus-Patienten errichtetes Armeekrankenhaus kann Medienberichten zufolge teilweise wieder abgebaut werden. Die Hälfte der 30 Intensivstations-Betten sei frei und befinde sich im Abbau, berichtete der Radiosender France Bleu am Samstag. Die restlichen 15 Betten und das mobile Lazarett sollten weiterhin auf dem Parkplatz des Emile-Muller-Krankenhauses in Mülhausen (Mulhouse) im Département Haut-Rhin bleiben, um die Klinik bei der Behandlung von Covid-19-Patienten zu unterstützen.

Das Armeekrankenhaus hatte Ende März erste schwer erkrankte Menschen aufgenommen. Die Klinik war eingerichtet worden, um die ausgelasteten Intensivstationen der ostfranzösischen Region zu unterstützen. Staatschef Emmanuel Macron hatte die Einrichtung Mitte März selbst in einer TV-Ansprache angekündigt. In dem Armeekrankenhaus seien bisher 48 schwerkranke Patienten behandelt worden, berichtete die Lokalzeitung „Dernières Nouvelles d’Alsace“ laut dpa.

In den Pflege- und Altenheimen im Département Bas-Rhin gab es außerdem eine Lockerung des Besuchsverbots, wie Frédéric Bierry, Präsident des zuständigen Département-Rats, auf Twitter mitteilte. Die Bewohner dürften wieder Besuch sehen - allerdings mit weiterhin strengen Kontaktregeln.

Die Lage in den Kliniken bleibe weiterhin angespannt, teilte die Betreibergruppe öffentlicher Krankenhäuser im südlichen Elsass einem Bericht zufolge am Freitag mit. Die gesamte Region Grand Est an der Grenze zu Deutschland ist von der Coronavirus-Pandemie hart getroffen worden. Gesundheitsbehörden zufolge starben bis Freitagabend in Grand Est rund 2350 Menschen infolge einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2. In ganz Frankreich gab es bisher mehr als 18.000 Todesfälle.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden ist die Zahl der in französischen Krankenhäusern aufgenommenen Coronavirus-Patienten zuletzt weiter leicht gesunken. Den dritten Tag in Folge seien weniger Menschen in Kliniken gebracht worden, sagte Gesundheitsdirektor Jerôme Salomon am Freitag.