Berlin - Der Parteivorsitzende und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat gefordert, dass Bundeswehrsoldaten nach Afghanistan zurückkehren, um die sichere Ausreise von Ortskräften zu organisieren. „Wir brauchen ein neues Mandat des Bundestages“, sagte Laschet in einer Rede auf dem 100. Landestag der Jungen Union Hessen. Seit Monaten prüfe das Auswärtige Amt „hin und her“, wie die Ausreise der früheren afghanischen Mitarbeiter zu bewerkstelligen sei. „Das hilft jetzt nichts mehr, die Bundeswehr muss diesen Menschen helfen.“

Die Bundeswehr hat ihre Einsatzkräfte aus Afghanistan abgezogen. Sollten Einheiten dorthin zurückkehren, müsste dies das Parlament beschließen. Der Bundestag wird im August zu einer Sondersitzung zusammentreten, um unter anderem über die Fluthilfen zu entscheiden.

Die USA haben mittlerweile etwa 3000 Soldaten erneut nach Afghanistan zurückverlegt. Sie sollen den Abzug des amerikanischen Botschaftspersonals sichern. Auch das Personal in der deutschen Botschaft in Kabul soll drastisch verringert werden. Die Truppen der islamistischen Taliban erobern immer größere Teile des Landes – in einem Tempo, das die politisch Verantwortlichen in Deutschland offenbar überrascht hat.

Die Bundeswehr hat mit Vorbereitungen für einen stark abgesicherten Einsatz zur Evakuierung von deutschen Staatsbürgern und Ortskräften aus Afghanistan begonnen. Dazu wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein vom Bundestag zu verabschiedendes Mandat vorbereitet, auf das in den vergangenen Tagen vor allem Militärexperten drängten.