Berlin - Es ist eine souveräne Rede, eine, die Armin Laschet genauso zeigt, wie er gesehen werden will: als Versöhner und Integrierer. Er versucht gar nicht erst, sich einem anderen Lager anzudienen als dem, das er immer vertreten hat: die Mitte. 

Die Rede startet mit einem Dank an die scheidende Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, doch dann ist der Schwerpunkt seiner Rede das, was er vermeintlich am besten kann: Lager zusammenbringen. Laschet erinnert an seinen Vater, der sich als Bergmann auf seine Kumpel verlassen können musste – egal, woher sie kamen.

Überhaupt betont Laschet immer wieder den Willen, alle ins Boot zu holen, allen eine Chance zu geben, egal, woher sie kommen.

Erstaunlich deutlich wird der Kandidat, als es um die Angriffe von rechts geht: Er erinnert an das rechtsextremistische Attentat auf den Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und verurteilt den Sturm rechter Kräfte auf das Kapitol in Washington. „Polarisieren kann jeder, wir müssen Klartext reden und Kompromisse finden.“

„Wir brauchen an der Spitze der CDU keinen CEO, wir brauchen einen Mannschaftskapitän“, sagt er zum Schluss, bevor er neben das Rednerpult tritt und die Erkennungsmarke seines Vaters in die Kamera hält: Die musste jeder Bergmann beim Verlassen der Grube an einen Nagel hängen, damit jeder sah, dass er sicher zurück ist. Sein Vater habe ihm die Marke als Glücksbringer mitgegeben. Es soll jetzt ein Zeichen sein und gleichzeitig eine Bitte: Vertraut mir. Wählt mich.