Arnold Schwarzenegger, 73, ermahnt seine Partei, dem gerade noch amtierenden und ordentlich abgewählten Präsidenten Trump endlich die Gefolgschaft zu versagen. Die Republikaner, so Kaliforniens einstmaliger Gouverneur in einem Gastbeitrag für den Economist, machten sich ansonsten schuldig, Amerikas Demokratie zu zerstören. Um zu erklären, warum er als „Immigrant, Amerikaner und Republikaner“ um sein Land besorgt ist, holt Schwarzenegger schließlich zu einem Vergleich mit dem Nationalsozialismus aus: „Ich wuchs in den Ruinen eines Landes auf, das die Demokratie aufgegeben hatte und die Konsequenzen tragen musste,“ schreibt er über seine Heimat Österreich.

Unter dem Titel „Warum die Republikaner Trump stoppen müssen“ hat Schwarzenegger in der Tat viel Pathos versammelt. „Ich war umgeben von gebrochenen Männern, die ihr Schuldgefühl für ihre Teilnahme am bösartigsten Regime aller Zeiten mit Alkohol ertränkt haben“, schreibt er über das Nachkriegs-Österreich: „Die Männer waren Teil eines Systems, das sechs Millionen Juden ermordet, weitere fünf Millionen unschuldige Menschen gefoltert und einen Weltkrieg angezettelt hat, der 75 Millionen Menschen das Leben kostete. Und nicht alle von ihnen waren fanatische Antisemiten oder Nazis. Viele sind einfach mitgelaufen auf dem Weg des immer schlimmer werdenden Bösen, weil es der leichteste Weg war.“

„Tag der Abrechnung für viele Politiker“

Vor diesem historischen Hintergrund kommt Schwarzenegger auf Trump zu sprechen. Dessen Versuche, den Glauben in die Wahlen zu zerstören und Jahrhunderte amerikanischer Prinzipien aus dem Fenster zu werfen, müssten alle politischen Anführer verurteilen, „egal aus welcher Partei“. Schwarzenegger geht auf den Versuch Trumps ein, 11.780 Stimmen in Georgia zu „finden“ und gratuliert dem dortigen Innenminister Brad Raffensperger zu dessen Standhaftigkeit und mahnt dann seine Parteikollegen, am Mittwoch bei der formellen Bestätigung von Joe Bidens Wahlsieg im Sinne der Wähler zu stimmen. Am Wochenende hatten elf republikanische Senatoren bekanntgegeben, dass sie sich weigern wollen.

An sie appelliert Schwarzenegger mit viel moralischem Aplomb: „Unsere Enkel werden eure Namen nur als jene Bösewichte kennen, die gegen das großartige amerikanische Experiment und den Willen der Wähler gekämpft haben. Ihr werdet in Schande leben.“ Allerdings zeigt sich Schwarzenegger überzeugt, dass die Vereinigten Staaten „nie in diese Abgründe des Bösen vordringen werden“. Er endet mit einem Verweis auf seine berühmteste Rolle: „Ich habe mal einen Terminator-Film mit dem Titel ‚Tag der Abrechnung‘ gedreht. Das war nur Hollywood. Aber der 6. Januar wird zum Tag der Abrechnung für viele Politiker. Ob sie für den Wählerwillen Partei ergreifen oder mit ihrem selbstsüchtigen Präsidenten.“