Teheran - Das geistliche Oberhaupt des Iran hat die USA und Israel in scharfen Worten vor einem Angriff auf die Atomanlagen seines Landes gewarnt. Jede Art von Drohung und Angriff werde entschlossen erwidert, sagte Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei im Staatsfernsehen.

Die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) hatte am Mittwoch ihren Bericht zum Stand des Atomprogramms im Iran vorgelegt. Darin wird dem Iran vorgeworfen, zumindest bis 2003 an der Entwicklung von Kernwaffen gearbeitet zu haben. Das legten Tests und technologische Verfahren nahe, die im Iran durchgeführt worden sind. Der Bericht stützt sich dabei auf nicht näher benannte, „vertrauenswürdige Quellen“, worunter gewöhnlich Geheimdienstberichte einzelner Staaten zu verstehen sind.

In israelischen Medien war schon Tage vor Erscheinen des Berichts öffentlich über einen Angriff auf Atomanlagen im Iran spekuliert worden. Nach der Veröffentlichung des Berichts forderte Premier Benjamin Netanjahu, die internationale Gemeinschaft müsse das Streben des Iran nach Atomwaffen unterbinden.

Die Teheraner Führung wies alle Vorwürfe erneut zurück und drohte ihrerseits bei Angriffen mit Gegenschlägen. Die Islamische Republik werde kein Jota von ihrem Weg abweichen, hatte Präsident Ahmadinedschad am Mittwoch erklärt. Die Revolutionären Garden, die Streitkräfte und die ganze Nation würden Angriffe „mit harten Schlägen und eisernen Fäusten beantworten“, ergänzte Chamenei.

Die USA hielten sich in ihren Reaktionen auffallend zurück: Der Bericht wurde als „alarmierend“ bezeichnet. „Es obliegt dem Iran, endlich offen und transparent mit der IAEA zusammenzuarbeiten, um diese Bedenken zu zerstreuen“, forderte ein Sprecher des Außenamtes in Washington am Mittwochabend.

China lehnt auch nach Veröffentlichung des Berichts eine Verschärfung der Sanktionen gegen Iran ab. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking erklärte am Donnerstag, diese seien keine „fundamentale“ Lösung des Problems. Auch Russland signalisierte, dass es eine neue Runde von Sanktionsmaßnahmen blockieren würde. (dpa, rtr)