Berlin - Der Beamtenbund (dbb) fordert mehr Schutz vor gewalttätigen Angriffen in Jobcentern und anderen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes. „Wir hatten in den letzten Monaten einige Ereignisse, die uns die Gefahr dramatisch vor Augen geführt haben und die nur die Spitze des Eisbergs sind“, sagte dbb-Chef Klaus Dauderstädt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er verwies auf jüngste tödliche Gewaltakte.

Im Dezember war ein 61 Jahre alter Gutachter in einem Jobcenter in Rothenburg ob der Tauber erstochen worden. Im September erschoss ein Steuerberater im Finanzamt Rendsburg in Schleswig-Holstein einen Beamten. 2012 erstach ein fünffacher Vater eine Mitarbeiterin des Jobcenters im niederrheinischen Neuss. Bei der Zwangsräumung einer Wohnung in Karlsruhe erschoss ein Mann 2012 einen Gerichtsvollzieher und drei weitere Menschen.

„Wir wollen keine Festung“

Dauderstädt meinte, es gebe auch viele Berichte von alltäglichen Anfeindungen, die nicht in offene Gewalt münden. „Gerade die Jobcenter, die eher Leistungsverwaltungen sind, sind stark betroffen.“ Das sei für alle Mitarbeiter eine schwierige Situation. „Wir planen für Mitte Januar eine Gedenkminute für die Opfer in allen Jobcentern der Republik.“ Auf einer dbb-Jahrestagung Mitte Januar in Köln will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zum Thema Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst sprechen.

Nach Messerstechereien in Gerichtsgebäuden seien diese Gebäude heute so gesichert wie Flughäfen oder der Bundestag, sagte Dauderstädt. „Wir wollen den öffentlichen Dienst nicht in eine Festung verwandeln.“ Nötig sei aber mehr Sicherheit - es gehe um Gebäude und Anlagen, die auf Alarmsituationen eingerichtet sind, sowie um Deeskalationsschulungen. (dpa)