Berlin - Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus hat sich der Forderung nach einem Runden Tisch zum Lehrkräftemangel in Berlin angeschlossen. Dafür hatte sich zuvor schon der Landeselternausschuss stark gemacht. Die Grünen fordern, er müsse schon im Juli zum ersten Mal zusammenkommen, wie die Fraktion am Donnerstag mitteilte.

Außerdem könnten einzelne Mangelfächer oder ein Teil der Stunden durch unbenotete Lernprojekte mit Fachkräften wie Museums- oder Umweltpädagogen, Mitarbeitern von Jugendkunstschulen oder Sportvereinen ersetzt werden. Projektlernen müsse auch außerhalb der Schule zum Beispiel in Jugendfreizeiteinrichtungen möglich sein. Die Schulen brauchten personelle Unterstützung, um Kooperationen mit außerschulischen Lernorten aufzubauen.

Ein weiterer Vorschlag ist, die Möglichkeiten für selbstorganisiertes Lernen auszuweiten, begleitet durch Studierende oder ältere Schülerinnen und Schüler. Die Grünen-Fraktion fordert auch eine Entlastung der Lehrkräfte durch weniger Klassenarbeiten und bei nicht-pädagogischen Aufgaben wie Kopierarbeiten oder dem Organisieren von Klassenfahrten.

Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse hatte Ende April erklärt, dass im nächsten Schuljahr voraussichtlich 920 Vollzeitstellen an Berliner Schulen fehlen. Insgesamt arbeiten an Berliner Schulen rund 34.000 Lehrkräfte.