Eine Modenschau des Designers Danny Reinke auf einer vergangenen Berlin Fashion Week. 
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BerlinEs ist ein mode- und messepolitischer Paukenschlag: Die Modenschau Premium, sozusagen die erwachsenste Messe im Rahmen der nicht selten schillernd-durchgeknallten und manchmal halbseidenen Berlin Fashion Week, verlässt nach fast zwei Jahrzehnten die Stadt. Der Grund ist so schlicht wie einleuchtend. Die Messe Frankfurt hat das berühmte Angebot gemacht, „das man nicht ablehnen kann“.

Messen kommen und gehen, sie unterliegen konjunkturellen Schwankungen. Das trifft erst recht auf Messen der Modebranche zu. Und ausgerechnet diese Branche hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Berlin zahlreiche Wellen erlebt. Veranstaltungen wurden geboren und starben, Player spielten groß auf und gingen wieder. Am Ende, so lässt sich sagen, hat die Kreativhauptstadt Berlin von dem Auf und Ab profitiert. Sie ist durch die Impulse aus aller Welt vielfältiger geworden, auch internationaler. Sie ist jetzt, zumindest im nationalen Maßstab, eine Modemetropole. In der Branche arbeiten Tausende Menschen, und manche – man höre und staune – leben sogar ganz gut von ihren Produkten made in Berlin.

Doch wie geht es nun weiter? Wirtschaftssenatorin Ramona Pop will einen Runden Tisch für Messen einberufen. Und dieser ist auch dringend notwendig. Schließlich ist der Weggang der Premium auch der zweite große Rückschlag im Messegeschäft. Erst im März musste Berlin München den Vortritt lassen, als sich die Automesse IAA nach einem Nachfolger für Frankfurt umschaute.

Kleine Merkwürdigkeit am Rande: Schon bei dieser Entscheidung pro München und contra Berlin sprachen die Berliner anschließend von einem Angebot der Messe München an die IAA, das diese nicht ablehnen konnte. Schwer vorstellbar, dass die anderen einfach immer nur besser bezahlen als die Hauptstädter. Die Messe Berlin braucht eine Zukunftsstrategie.