Köln - Die „heute-show“ hat es geschafft, sie hat den AfD-Politiker Björn Höcke in Bernd Höcke umgetauft. Das tut sie schon länger und sehr ausdauernd in ihrer Sendung, aber nun sei es „jetzt auch offiziell“, wie das Satiremagazin auf Twitter schreibt, „Er heißt Bernd“. Denn offizieller als eine Meldung des Deutschen Bundestags, das geht wohl kaum in der Bundesrepublik.

Ausgerechnet in einer Kleinen Anfrage seiner Partei wurde dem AfD-Landeschef von Thüringen auf der Homepage des Bundestags der falsche Vorname zugeordnet. Darin erkundigt sich die AfD-Fraktion bei der Bundesregierung, „ob sie in der Errichtung einer Nachbildung des Holocaust-Mahnmals durch das Künstlerkollektiv Zentrum für politische Schönheit (ZPS) in Sichtweite der Wohnung des thüringischen Landtagsabgeordneten Bernd Höcke (AfD) die Grenzen der Kunstfreiheit überschritten sieht“.

Ein Mitarbeiter des Bundestags-Portals bestätigte dem „Stern“, dass der Name tatsächlich so auf der Website erschienen sei. Mittlerweile ist er aber korrigiert. Er spricht dabei von einem „Fehler“ - auch wenn die Vermutung nahe liegt, dass es sich um einen bewussten Scherz von jemandem handelt.

In den sozialen Netzwerken wurde der Patzer indes bejubelt. Dort verbreiten seit nunmehr über zwei Jahren Nutzer und andere Satiriker wie auch Jan Böhmermann emsig das Gerücht, Björn Höcke würde in Wahrheit „Bernd“ heißen.  Der Running Gag geht auf ein in der „heute-show“ gezeigtes Video zurück, indem sich Höcke bei einer Rede darüber echauffierte, dass er in einem Leserbrief in der „Thüringer Allgemeine“ nicht Björn, sondern Bernd genannt wurde. Zur damaligen Zeit hieß der AfD-Chef noch Bernd Lucke. Höcke beschwerte sich des Öfteren, dass die Vornamen der Beiden immer wieder vertauscht wurden.

Auch Slomka versprach sich schon

Auch Nachrichtensprecher und Politiker machten bereits mit – wenn auch teilweise versehentlich. „Heute-Journal“-Moderatorin Marietta Slomka sprach im April vergangenen Jahres von „AfD-Parteimitglied Bernd Höcke“. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke kritisierte im Oktober im Landtag Baden-Württemberg Höckes Tausendjahr-Vergleiche und nannte ihn dabei konsequent in seiner Rede beim Namen: Bernd. (jl)