Aufschrei eines kleinen Mädchens: Lego bekommt einen bösen Brief

Berlin - Schminken, shoppen und hübsch aussehen: Das ist alles, was Mädchen können. Die paar wenigen, die vorkommen, in der Welt von Lego. Sagt Charlotte, sieben Jahre alt, und ist sehr wütend. So wütend, dass Charlotte einen Brief schrieb, an Lego. "Dear Lego-Company", steht da in hin- und her kippenden Buchstaben, "mein Name ist Charlotte und ich bin sieben Jahre alt. Ich liebe Legos, aber ich mag es nicht, dass es mehr Lego-Jungs als Lego-Mädchen gibt."

Das ist noch der kleinste Vorwurf, den Charlotte dem Spielzeughersteller macht. Sie berichtet in dem Brief von einem Besuch in einem Spielzeug-Geschäft. Da habe es zwei Abteilungen gegeben, eine pinkfarbene für Mädchen und eine blaue für Jungs. "Alles was die Mädchen machen, ist zu Hause sitzen, ins Bett gehen und einkaufen", schreibt Charlotte, während die Jungs "Abenteuer erleben, arbeiten, Menschen retten ... und sogar mit Haien schwimmen."

Ein Blick auf die Lego-Produktpallette für Mädchen, die unter dem Titel "Friends" seit einiger Zeit in den Läden steht, zeigt, dass die kleine Charlotte zu recht erzürnt ist. Die Alternativen zu schminken, shoppen, Hübsch aussehen lauten: Katzenspielplatz, Igelversteck, Großer Reiterhof. Die Abenteuer der Lego-Frauen ranken sich ums süße Tier - während die Kerle Drachen besiegen dürfen. Eine Lego-Frau hat auch Arbeit: Sie arbeitet an einem Limonadenstand. Und in einem Zimmer - "Andreas Zimmer" - steht zwar ein Laptop, aber Andrea fönt sich. Außerdem hat Andrea einen Kaninchenstall.

Charlottes Vater scheint die Meinung seiner Tochter zu teilen, jedenfalls stellte er den Brief in den Blog Sociological Images - worauf ihn Tausende kommentierten und über Facebook und Twitter verbreiteten. So findet Charlottes Aufschrei seinen Weg durch die Welt: "Ich will, dass Ihr mehr Lego-Mädchen macht, dass Ihr sie Abenteuer erleben und Spaß haben lasst ok!?! Danke von Charlotte"

In diesem Sinne: Danke, Charlotte.