Bisher verhielt Sabine Kehm sich extrem vorsichtig, wenn sie über den Gesundheitszustand von Michael Schumacher sprechen sollte. Die Managerin des verunglückten Rennfahrers wandte sich nur dann an die Öffentlichkeit, wenn es einen aktuellen Anlass gab oder Gerüchte dementiert werden sollten. Ansonsten lautete der Standardsatz: „Wir werden Sie informieren, wenn sich der Gesundheitszustand wesentlich verändert.“

Das könnte diesmal tatsächlich der Fall sein, denn am Freitagmittag verbreitete sie per E-Mail die Nachricht, dass Schumacher „Momente des Bewusstseins und des Erwachens“ zeige. Diesmal reagierte Kehm also nicht auf Gerüchte, sondern auf medizinische Beobachtungen. Nur ist die von ihr verwendete Formulierung kein feststehender medizinischer Terminus. Es sei vollkommen unklar, um welche Zeichen es sich handele, schrieb Spiegel Online.

Grundsätzlich können beim Aufwachprozess aus dem Koma verschiedene Reaktionen auftreten: Körperbewegungen, Reaktion auf Ansprechen oder Anfassen, Augenöffnen, Blickkontakt, der Versuch zu sprechen, gezielte oder ungezielte Abwehrbewegungen. Der Online-Dienst kommt zu der Erkenntnis: „Vorhersagen darüber, ob Schumacher wieder aufwachen wird, bleiben trotz der positiven Mitteilung reine Spekulation.“

Und doch wird diese Nachricht nicht nur bei Schumacher-Fans sicherlich als ein positives Signal aufgefasst werden, denn zuletzt hatte Kehm nicht sonderlich viel Erfreuliches verbreiten können. Nachdem die Öffentlichkeit erfahren hatte, dass die Aufwachphase eingeleitet worden sei, sagte Kehm einige Zeit später, dass man auf das Aufwachen warte. „Aber wir haben gelernt und akzeptieren auch, dass es lange dauern kann. Das ist für uns okay.“ Es ist inzwischen mehr als drei Monate her, dass Schumacher beim Skifahren ein schweres Schädel-Hirntrauma erlitt. Er wurde noch am selben Tag in der Uni-Klinik in Grenoble notoperiert. Seitdem liegt der 45 Jahre alte zweifache Familienvater im künstlichen Koma.