Augsburg - Weil ein Mitarbeiter der Stadt im Amt für Kinder, Jugend und Familie einen Antrag auf Bezuschussung für Kindertagesstätten von Bund und Land nicht rechtzeitig übermitteln konnte, muss die Fuggerstadt wohl 28 Millionen Euro Ausgleichszahlung leisten.

Der zuständige Mitarbeiter hatte PC-Probleme und ging dann einfach nach Hause, weil er plötzliches Unwohlsein beklagte. So verabschiedete er sich ins Wochenende. Seine Vorgesetzten informierte er über den nicht übermittelten Antrag jedoch nicht.

Antrag kam zu spät an

Am darauffolgenden Montag schickte er den Antrag ab, dieser war allerdings nicht mehr fristgerecht beim Landkreis eingegangen. Oberbürgermeister Kurt Gribl  (CSU) nannte den Vorfall „extrem ärgerlich“. Die Dokumente hätten bis zum 30. Juli 2017 übermittelt werden müssen. Das sei nicht passiert. Ob die Augsburger jetzt auf dem Millionenbetrag sitzen bleiben, ist noch nicht klar.

Erfolgsaussichten für Augsburg eher gering

Die „Süddeutsche Zeitung“, die den Fall ans Licht brachte, zitiert einen Informanten: „Formaljuristisch gibt es keine Möglichkeit, das Geld zu behalten“. Wie das Blatt weiter berichtet, könne höchstens ein Teil der Summe einbehalten werden.

„Zu den Erfolgsaussichten will und kann ich mich nicht äußern. Außer Frage steht, dass unser ganzes Bemühen darauf gerichtet ist, eine rechtssichere Lösung zu finden, die Schaden von der Stadt abwendet", so das Stadtoberhaupt.  Denn das Geld vom Landkreis floss erst an die Stadt. Dann fiel die abgelaufene Frist auf. 

Jetzt sind Experten am Werk und klären die Amtsposse auf. Was mit dem Mitarbeiter passiert, der den Antrag verbummelte, ist noch nicht bekannt. (red)