London - Die Kunstsammlung des im vergangenen Jahr gestorbenen legendären Playboys Gunter Sachs hat bei einer Versteigerung in London sämtliche Erwartungen übertroffen. Insgesamt brachte die Auktion bei Sotheby's am Dienstagabend mehr als 35 Millionen Pfund (rund 44 Millionen Euro) ein, wie das Auktionshaus mitteilte. Die Hauptattraktion war demnach ein Selbstporträt des langjährigen Sachs-Freundes Andy Warhol, das für rund 5,3 Millionen Pfund (6,6 Millionen Euro) den Besitzer wechselte. Der Schätzwert des Gemäldes mit dem Titel „Pink Fright Wig“ hatte bei zwei bis drei Millionen Pfund gelegen.

Ein 1974 von Sachs bei Warhol in Auftrag gegebenes Porträt der französischen Filmdiva Brigitte Bardot, mit der Sachs von 1966 bis 1969 Jahre verheiratet war, brachte rund drei Millionen Pfund (3,7 Millionen Euro) ein. Um ein vielfaches mehr als den Schätzwert erzielten auch drei Möbelstücke des britischen Pop-Art-Künstlers Allen Jones, die aus Frauenpuppen in anzüglichen Positionen gestaltet sind: Sie brachten insgesamt mehr als 2,5 Millionen Pfund (3,1 Millionen Euro) ein, 20 Mal mehr als erwartet.

Enge Freundschaft mit Andy Warhol

Mehr als 90 Prozent der zum Verkauf stehenden Werke fanden laut Sotheby's Käufer, rund drei Viertel der Objekte erzielten höhere Preise als erwartet. Insgesamt hatte das Auktionshaus mit einem Erlös von 25 Millionen Pfund (31 Millionen Euro)gerechnet.
Sachs kaufte einen Großteil seiner Sammlung direkt bei den Künstlern, teilweise als Auftragsarbeiten, und dekorierte mit den Werken seine Wohnung im Schweizer Skiort St. Moritz. Mit Warhol war der Deutsche seit 1972 eng befreundet. In dem Jahr organisierte er in seiner Hamburger Galerie die erste große Ausstellung des US-Künstlers in Europa. Gab es wenige Interessierte, kaufte Sachs selbst Warhols Bilder.

Sachs hatte im Mai vergangenen Jahres im Alter von 78 Jahren Selbstmord begangen. Als Begründung führte er eine unheilbare Krankheit an, die er mit „A“ abkürzte. Nach der Beschreibung der Symptome, die Sachs in seinem Abschiedsbrief formulierte, handelte es sich offenbar um Alzheimer. (AFP)