Wie ein Jungstar der CDU wirkt Philipp Amthor nicht mehr.
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BerlinSein steiler Aufstieg ist abrupt gestoppt und er ist selbst daran schuld. Der 27-jährige Philipp Amthor hat vermutlich die schlimmste Woche seiner politischen Karriere hinter sich. Er hat in seiner ersten Legislaturperiode bereits eine Affäre am Hals, die seinen Namen trägt und muss deshalb den Vorsitz seiner Landespartei einem Parteikollegen überlassen. Bitter.

Dennoch wäre Mitleid fehl am Platz. Amthor hat sein Mandat missbraucht, um einer womöglich dubiosen Firma aus New York Vorteile zu verschaffen. Eine Firma, die ihm dafür einen Direktorenposten gab und Vorkaufsrechte auf Aktien. Was ihn vielleicht noch mehr beeindruckte, waren Luxusreisen mit seinen Geschäftsfreunden und Aufenthalte in teuren Hotels. Wer hier die Rechnungen bezahlt hat, ist noch unklar, weil Amthor bisher eher wenig zur Aufklärung beigetragen hat. Seitdem der Spiegel die Vorwürfe vor einer Woche veröffentlicht hat, ist von Amthor außer einer lahmen Erklärung, dass er „einen Fehler“ gemacht habe, nichts zu hören gewesen.

Das war ein weiterer großer Fehler. Es hatte den Anschein, dass Amthor sich in erster Linie um Schadensbegrenzung bemühte und weniger um Aufklärung, geschweige denn um Transparenz. In dieser Hinsicht wirkte Amthor keineswegs wie der junge, naive Politiker als den ihn seine Parteikollegen in den vergangenen Tagen hinzustellen versuchten. Lächeln für die Kameras wie am Freitagabend vor der Gremiensitzung in Güstrow und ansonsten Klappe halten. Das wirkt dann schon eher sehr alt und vermeintlich ausgebufft. Wenn er jetzt nicht nachlegt in Sachen Ehrlichkeit, könnte der „Fehler“ für Amthor zum endgültigen Karrierekiller werden.