Oswiecim - Außenminister Heiko Maas hat sich gegen eine Besuchspflicht für Schüler in KZ-Gedenkstätten ausgesprochen.

Nach einem Rundgang durch die Gedenkstätte für das Konzentrationslager Auschwitz sagte er am Montag: „Ich bin sehr dafür, dass dieser besondere Ort von so vielen Menschen wie möglich besucht wird. Aber verpflichten möchte ich dazu eigentlich niemanden.“

Besuch in Bayern verpflichtend

Bisher ist der Besuch einer NS-Gedenkstätte nur in Bayern verpflichtend. Schüler an Gymnasien und Realschulen müssen dort laut Lehrplan an einer solchen Exkursion teilnehmen. In einigen anderen Bundesländern sind Schüler zwar verpflichtet, einen oder mehrere Gedenkorte zu besuchen. Es muss sich dabei aber nicht um Orte aus der NS-Zeit handeln.

Viele Schulen unternehmen die Fahrten allerdings freiwillig, in manchen Lehrplänen werden sie auch empfohlen.
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich für eine Besuchspflicht in KZ-Gedenkstätten für Schüler ausgesprochen. (dpa)