Wir werfen den Chinesen gerne vor, sie verrieten ihre alten taoistischen Ideale und kopierten den westlichen Erwerbstrieb oder aber sie kopierten unsere Produktionsverfahren oder aber gleich die Produkte selbst. Die Vorwürfe sind in vielen Fällen berechtigt und oft gleich alle drei zusammen.

Aber es gibt auch Fälle, da täten wir gut daran, die Chinesen zu kopieren. Oder doch die Firma, die in Jinan (Provinz Shandong) einen nützlichen Service anbietet. Der Autofahrer wird von einem Mitarbeiter mit einem Motorrad aus seinem im Stau steckenden Auto abgeholt, ein weiterer Mitarbeiter fährt das Auto des Kunden zum gewünschten Ziel. Umgerechnet kostet der Service 42 Euro. Man müsste das mal für unsere Verhältnisse durchkalkulieren. Aber heute am Karsamstag, lieber Leser, kann ich das nicht machen. Ich verschenke also großzügig diese Geschäftsidee, die für den ADAC z. B. doch kein Problem sein dürfte.

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Auf sie stieß ich in „China in Zahlen“, einem Sonderheft des Wirtschaftsmagazins „Brand eins“. Es sind Zahlen und Tabellen, zusammengetragen von Bernhard Bartsch, dem China-Korrespondenten dieser Zeitung. Die Tabellen werden oft ergänzt durch einen vergleichenden Blick nach Europa. Was etwa den „industriellen Gefahrenabfall“ angeht, produzierte China 2010 16 Millionen Tonnen, Europa im Jahre 2008 95 Millionen und Deutschland 22 Millionen. Deutschlands 80 Millionen produzierten – sagen wir es ruhig so – knapp halb so viel Abwasser wie die 1,3 Milliarden Chinesen.

Dass China die meisten Einwohner hat, ist bekannt. Aber auch 85 Prozent aller künstlichen Weihnachtsbäume werden in China hergestellt. 16 der zwanzig Städte mit der miserabelsten Luftqualität sind in China. Sehr schön ist die Aufstellung der größten Arbeitgeber weltweit. Auf Platz eins steht nämlich nicht etwa die Volksbefreiungsarmee mit 2,3 Millionen Menschen, sondern das US Department of Defense mit 3,2 Millionen. Auf Platz 3 kommt dann Walmart mit 2,1 Millionen. Auf den ersten zehn Plätzen ist eine einzige europäische Einrichtung: ausgerechnet der National Health Service Großbritanniens mit 1,4 Millionen Mitarbeitern.

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Die zehn wertvollsten Unternehmen nach Marktwert vom 30.3.2012 sind: Apple 402 Milliarden Euro, Exxon Mobile 294, PetroChina 201, Microsoft 195, IBM 174, Industrial and Commercial Bank of China 170, Royal Dutch Shell (Großbritannien) 160, China Mobile 159, General Electric 153 und Chevron 152 Milliarden Euro. Pro 100.000 Menschen begehen in China 22,2 Selbstmord, in den USA 12 und in Deutschland 11,8. Wenn man wissen möchte, was Bildung auf chinesisch bedeutet, so genügen einem drei Zahlen: Das deutsche Alphabet hat 30 Buchstaben. Im Chinesischen gibt es 106.230 Schriftzeichen, von den alltäglich rund 3000 verwendet werden.