Berlin - Nach langen Kontroversen stimmten fast 97 Prozent der Delegierten dem Grundsatzprogramm der Linken zu, das Jürgen Reents im Neuen Deutschland als Ausdruck einer „unerlässlichen Selbstorientierung der Partei“ bezeichnet. Die Frage, worin die Selbstorientierung genau besteht, beantwortet die so genannte bürgerliche Presse recht übereinstimmend mit dem Verweis auf den Begriff Oppositionspartei. Damit ist - abweichend vom bisherigen Sprachgebrauch - keine Partei gemeint, die der Wählerwille auf die Oppositionsbänke verschlagen hat, sondern im Gegenteil eine Partei, die nie und nimmer die Oppositionsbänke mit den Regierungssesseln tauschen möchte.

Eine solche Partei hat es im parlamentarischen System der Bundesrepublik noch nicht gegeben, nun aber gibt es sie, wie Daniel Brösler der Linken in der Süddeutschen Zeitung bescheinigt: „Lafontaines Linke kommt als Regierungspartei nicht in Betracht, sie will das auch gar nicht. Sie wird insofern, so lange sie noch in den Bundestag einziehen kann, dazu beitragen, Regierungsbündnisse links von Union und FDP zu verhindern. Von Rot-Rot-Grün spricht ernsthaft niemand mehr. Es ist in ähnlich weite Ferne gerückt wie die Überwindung des Kapitalismus.“

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