Die Totenfürsorge ist gewohnheitsrechtlich Sache der nächsten Angehörigen. Diese zahlen die Kosten der Bestattung. Weder prekäre Finanzen noch zerrüttete Verhältnisse entbinden Familien von der Pflicht. Gerichte urteilten, dass Verlagerung der Kosten auf die Allgemeinheit nicht tragbar ist. Seit 2004 das bis dahin von den Krankenkassen gezahlte Sterbegeld wegfiel, ist innerfamiliäre Vorsorge noch wichtiger geworden. Es ist also für jedermann sinnvoll, sich Klarheit zu verschaffen über allfällige Belastungen.

Verdienstvoll ist daher die Recherche der Stiftung Warentest über den Wandel der Begräbnisrituale und die Kosten. Die 32.000 Friedhöfe in Deutschland unterscheiden sich diesbezüglich erheblich. In teuren Kommunen zahlt man im Durchschnitt für das Grab etwa dreimal mehr als in günstigen.

Am teuersten ist das Erdwahlgrab, das in Heilbronn 3687 Euro kostet, in Dresden 1161. Am billigsten ist das anonyme Urnengrab, das in Heilbronn 1190 Euro kostet, in Dresden 374. Anrecht auf Beisetzung hat ein Verstorbener nur auf dem Friedhof der Gemeinde, in der er lebte. Stiftung Warentest weist auf zu treffende Entscheidungen hin: Erd-, Feuer- oder Seebestattung? Friedwald? Junge Buche oder alte Eiche? Die Möglichkeiten haben sich vervielfacht, obwohl in Deutschland Friedhofspflicht besteht.

Anders als der Volksmund behaupte, sei der Tod keineswegs umsonst, stimmt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in einem Leitartikel im Wirtschaftsteil auf das Thema ein. Sterben sei inzwischen so teuer, dass man es am liebsten unterlassen möchte: „Die Gesamtkosten einer Bestattung erreichen ohne Mühe eine fünfstellige Summe, der Durchschnitt liegt bei 6000 Euro. Wenn der Nachlass nicht reicht und nicht vorgesorgt ist, bleiben die Hinterbliebenen auf den Kosten sitzen.“

Diese ließen sich zwar reduzieren, aber kaum eine Dienstleistung sei so undurchsichtig wie die Beerdigung: „Das liegt zum guten Teil daran, dass die Kundschaft unfreiwillig kommt.“ Trauernde gingen meist zum erstbesten Bestatter am Ort. Der liefere nicht in jedem Fall einen Voranschlag, der alle drei Dutzend Einzelposten aufsplittet, die später auf der Rechnung stehen. „Man suche mal ein Bestattungsunternehmen, das seine Preisliste im Schaufenster aushängt.“

Über die Preise staunt der Autor: „Da kosten zum Beispiel ein paar Fichtenbretter aus Osteuropa mehrere hundert Euro, nur weil sie zum Sarg verleimt sind.“ Der Einkaufspreis ist bei einem Zehntel des Verkaufspreises zu veranschlagen. „Aber wer reklamiert schon Preise von Särgen?“

Und doch wachse ein Kostenbewusstsein: „Steinmetze müssen sich gefallen lassen, dass es jetzt Internetportale gibt, die Preise für Grabmale überschaubar machen.“ Eine Kurzrecherche ergibt: Tatsächlich entfaltet sich ein Internethandel für Bestattungsbedarf. Es gibt Särge für Selbstabholer.

Wird nicht jedem gefallen. Manchen aber doch.