Überreste der Hängebrücke liegen im Fluss Tarn, nachdem sie eingestürzt ist.
Foto: dpa/Olivier Le Corre

Mirepoix-sur-TarnBeim Einsturz einer Autobrücke im Südwesten Frankreichs ist eine Jugendliche ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden zunächst noch vermisst. Demnach waren ein Lkw und ein Pkw ins Wasser gestürzt, womöglich auch noch ein dritter Wagen. Die Hängebrücke verband die Gemeinden Mirepoix-sur-Tarn und Bessières nördlich der Großstadt Toulouse.

Ein 15-jähriges Mädchen konnten die Einsatzkräfte nur noch tot aus dem Fluss Tarn bergen. Seine Mutter, die den Pkw lenkte, wurde dagegen von beherzten Zeugen aus dem kalten Wasser gerettet, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Beide stammten nach Angaben des Bürgermeisters Eric Oget aus Mirepoix-sur-Tarn.

Zu den Vermissten gehört nach Angaben des Präfekten Etienne Guyot der Fahrer des Lkw. Auch von dem Fahrer eines Lieferwagens, der zum Zeitpunkt des Einsturzes auf der 155 Meter langen und 6,50 Meter breiten Brücke gewesen sein soll, fehlte zunächst jede Spur.

Verdacht auf überschrittenes zulässiges Gewicht

Mehr als 60 Feuerwehrleute waren am Unglücksort im Einsatz und suchten mit Schlauchbooten nach Vermissten. Taucher und Hubschrauber waren an der Unglücksstelle. Die Bedingungen waren aufgrund der kalten Temperaturen im Fluss schwierig. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt, darunter auch Zeugen, die nach dem Unglück geholfen hatten. Es sei denkbar, dass neben den Fahrzeugen auch Fußgänger auf der Brücke waren, sagte der Eric Oger, der Bürgermeister von Mirepoix-sur-Tarn.

„Ich war am Montagmorgen gegen 8.00 Uhr in meinem Badezimmer und hörte einen gewaltigen Lärm“, sagte der Anwohner Philippe Duguet der Zeitung „La Dépêche du Midi“. „Ich wohne 300 Meter von dieser Brücke entfernt und es ist eine Route, die ich oft nehme.“

Das Blatt äußert zudem den Verdacht, dass der LKW zu schwer gewesen sei. Auf der fast 90 Jahre alten Metallbrücke waren Fahrzeuge über 19 Tonnen Gewicht nicht zugelassen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Zeugen hätten zur Zeit des Unglücks einen großer Lastwagen sowie ein Auto und einen Lieferwagen auf der Brücke gesehen, sagte der Bürgermeister von Mirepoix-sur-Tarn. Die Behörden ordneten eine Untersuchung an, um „die Ursachen dieses schrecklichen Unglücks festzustellen“, wie es hieß.

Laut der Regionalverwaltung galt die Brücke nicht als einsturzgefährdet oder sanierungsbedürftig. Bei einer detaillierten Untersuchung im Jahr 2017 seien zwar kleinere Mängel festgestellt worden, aber „kein Problem am Tragwerk“. Die Metallbrücke stammte aus dem Jahr 1931 und war 2003 zuletzt restauriert worden.