Berlin/Posen - Nach dem Diebstahl eines mit zwölf Leichen beladenen Transporters von einem Parkplatz in Hoppegarten (Märkisch-Oderland) hat die polnische Polizei womöglich eine heiße Spur. In Posen (Poznan) sind zwei 25 und 27 Jahre alte Männer festgenommen worden, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP am Sonntag berichtete. Gegen die beiden einschlägig vorbestraften Männer sei nach Festnahmen an den vergangenen Tagen mittlerweile Haftbefehl erlassen worden, sagte Polizeisprecher Andrzej Borowiak. Das Fahrzeug mit den Toten ist weiter verschwunden.

Der Leiter der Brandenburger Sonderkommission Grenze, Jens Starigk, sagte, offiziell gebe es noch keine Nachricht von den polnischen Kollegen. "Wir nehmen Kontakt auf", betonte er. Die Beweise müssten vor Ort geklärt. In den vergangenen Tagen habe es bereits Informationen zu möglichen Tatverdächtigen gegeben. Die bezogen sich jedoch meist auf den zuerst gestohlenen und dann wieder entdeckten Transporter.

Leichen sollten in Krematorium gebracht werden

Anfang vergangener Woche waren zwei Fahrzeuge von dem Parkplatz des Bestattungsunternehmens gestohlen worden. In dem einen befanden sich zwölf Leichen, die in ein Krematorium nach Meißen in Sachsen gebracht werden sollten.

Die Polizei in Posen fahndet unterdessen noch nach zwei weiteren Verdächtigen. Darunter soll der mutmaßliche Organisator der Autodiebstähle sein. Die polnische Bezirksverwaltung hat eine Belohnung in Höhe von 5000 Zloty (etwa 1.250 Euro) für Hinweise auf die noch immer verschwundenen Fahrzeuge ausgesetzt.

Die Festgenommenen sollen in drei Autodiebstähle in Deutschland verwickelt sein, darunter in den Diebstahl des Leichentransporters. Eines der gestohlenen Fahrzeuge war bereits am Montag in Posen gefunden worden. Die Ermittler vermuten daher, dass auch der auf dem Weg in ein Krematorium gestohlene Leichentransporter in Polen ist. (dpa)