Bahnchaos: Störungen im deutschen Bahnverkehr durch Vandalismus betroffen

Berlin - Die Berliner Polizei geht nach den Brandanschlägen auf Bahnanlagen einem möglichen Bekennerschreiben nach, das auf der Internetplattform „linksunten.indymedia.org“ aufgetaucht ist. Das Schreiben sei bei der Berliner Polizei bekannt und werde jetzt geprüft, sagte ein Sprecher am Montag. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins „Raster“. Allerdings sei es noch zu früh zu sagen, ob dies tatsächlich authentisch sei. Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht.

Am Montagmorgen waren auf Bahnanlagen in mehreren Bundesländern Brandanschläge verübt worden. Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen. Die Bundespolizei schließt einen politisch motivierten Hintergrund nicht aus.

Linksextremisten hatten Aktionen gegen G20 angekündigt

Anfang Juli treffen sich die Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU in Hamburg. Generell sei ein Zusammenhang zwischen den Angriffen und linken Protesten gegen den G20-Gipfel möglich, hieß es aus den Sicherheitskreisen. „Angriffe auf die Infrastruktur passen ins Muster linksextremistischer Mobilisierung vor dem G20-Gipfel.“ Linksextremisten hatten wiederholt Aktionen und Anschläge gegen das Treffen angekündigt.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte in Berlin, es sei noch zu früh für Aussagen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Angriffen und dem bevorstehenden G20-Gipfel gebe. Die Kabelbrände gingen auf unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen zurück. Die Ermittlungen dazu liefen unter Hochdruck. „Wir beobachten das natürlich sehr aufmerksam, aber um solche Zusammenhänge belastbar (...) zu bestätigen, ist es zu früh.“ (dpa)