Bayern-Wahl: Was wollen die Freien Wähler?

Die Freien Wähler gehören zu den Gewinnern der Bayern-Wahl. Mit rund 11,5 Prozent erreichten sie ein Rekordergebnis. Für die CSU sind sie nun die erste Wahl bei der Suche nach einem Koalitionspartner und Parteichef Hubert Aiwanger zeigte sich mehr als bereit für Gespräche: "Wenn er (Söder) ja sagt. dann pack mer's", sagte er dem ZDF. Mit Aiwanger zog die Partei schon 2008 und 2013 in den Bayerischen Landtag. Der am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach in Niederbayern geborene Aiwanger ist Stadtrat und Kreisrat sowie Kreisvorsitzender, bayerischer Landesvorsitzender, Landtagsfraktionschef und fast schon nebenbei auch Bundesvorsitzender der Freien Wähler. Nun kann er sich nach zehn Jahren erfolgreicher Opposition auch noch auf ein Ministeramt freuen.

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Doch wer sind die Freien Wähler eigentlich und was wollen sie? Alexander Gauland bezeichnete sie in der ARD als die "konservative Konkurrenz zur AfD". Gerade in der Frage der Flüchtlingspolitik stehen die Freien Wähler der AfD nahe, fordern eine Wertekunde für Zuwanderer und Sach- statt Geldleistungen für Asylbewerber - wie im Übrigen auch die CSU. 

Freien Wähler wollen keine Kita-Gebühren

Wie die CSU und auch die FDP sind die Freien Wähler gegen ein Tempolimit auf Fernstraßen und gegen Dieselfahrverbote, setzen sich wie die beiden anderen Parteien aber auch für die Förderung von Landärzten und die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen in der Pflege ein. CSU und Freie Wähler stimmen außerdem darin überein, die Videoüberwachung ausweiten zu wollen. 

Eine Hauptforderung der Freien Wähler im Bayerischen Wahlkampf war außerdem die Abschaffung der Kita-Gebühren. 

Anders als die CSU wollen die Freien Wähler dagegen keinen kostenlosen ÖPNV für Schüler und Studierende, setzen sich im Gegensatz zu Söders Partei allerdings dafür ein, dass in Bayern wohnende Ausländerinnen und Ausländer auf Kommunalebene wählen dürfen. Die CSU will außerdem, dass in Schulen vorrangig das traditionelle Frauenbild von Vater, Mutter und Kindern vermittelt wird - auch hier stimmen die Freien Wähler nicht zu.

Dritte Startbahn in München: CSU sagt ja, Freie Wähler nein

Großer Streitpunkt im Wahlkampf - und wahrscheinliches Druckmittel der Freien Wähler in möglichen Koalitionsverhandlungen wird außerdem der umstrittene Bau einer dritten Startbahn am Flughafen München werden. Die CSU ist dafür, die Freien Wähler sind dagegen.

Die größte Konkurrenz für die Freien Wähler sind laut infratest/dimap die AfD. Bei der Landtagswahl in Bayern 2018 hat die Partei rund 60.000 Wähler an die Rechtspopulisten verloren. (jmg/AFP)