Passau - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat neu eingereisten Migranten ein erhöhtes Gewaltpotenzial bescheinigt. „Jetzt kommen unübersehbar Menschen aus anderen Kulturkreisen zu uns, in deren Heimat die Gewaltlosigkeit, wie wir sie pflegen, noch nicht so selbstverständlich ist“, sagte Herrmann der „Passauer Neuen Presse“ vom Montag.

„Man muss das ganz deutlich aussprechen: Da kommen Leute zu uns, die sehr viel schneller Konflikte mit Gewalt austragen.“ Mit seinen Äußerungen reagierte Herrmann auf eine Frage nach den Aufsehen erregenden Gewalttaten der vergangenen Tage: die tödliche Attacke vom Frankfurter Hauptbahnhof und der Schwertangriff von Stuttgart.

CSU-Politiker spricht von „erhöhtem Risiko“

In beiden Fällen sind Migranten tatverdächtig. Herrmann betonte allerdings auch, dass das Kriminalitätsniveau etwa in Bayern so niedrig wie seit 30 Jahren nicht mehr sei. Ohne Zuwanderung wären die Statistiken zu Gewalttaten jedoch noch niedriger.

„Wir haben hier ein erhöhtes Risiko, das zeigen die Kriminalstatistiken ganz eindeutig“, sagte der Innenminister. Herrmann warnte davor, das Thema zu verschweigen.

Herrmann warnt vor Verallgemeinerung

„Deshalb muss man manchen, die da blauäugig und illusionär so tun, als würde sich durch Zuwanderung nichts ändern außer ein bisschen mehr Multi-Kulti, klar sagen: Es gilt zwar unser Asylrecht, aber wir können nicht jeden aufnehmen. Denn das überfordert uns.“

Mit jedem, der neu ins Land komme, könnten auch „zusätzliche Risiken in unser Land kommen“, erklärte der CSU-Politiker. Zugleich stellte Herrmann fest: „Man darf nicht verallgemeinern. Nicht alle Ausländer sind Kriminelle.“

Die Lösung für den Umgang mit Straffälligen müsse aber lauten: „Konsequenz. Konsequentes Handeln, konsequentes Bestrafen, gegebenenfalls konsequentes Ausweisen.“ (AFP)