Brüssel - Schon länger gilt Belgien als Zufluchtsort radikaler Islamisten - erst recht nach den Pariser Anschlägen, von denen wieder einmal direkt Spuren nach Brüssel führen. Am Montag stellte die belgische Presse sogar einen Zusammenhang zwischen den Paris-Attentaten und einem besonders berüchtigten Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates (IS) aus Brüssel her: Abdelhamid Abaaoud; er stammt aus Molenbeek, einem als Islamisten-Hochburg bekannten Brüsseler Stadtviertel.

Einer der Attentäter von Paris soll Verbindungen zu Abaaoud gehabt haben. Der Name des betreffenden Selbstmordattentäters von Paris tauche in mehreren Strafverfahren aus den Jahren 2010 und 2011 zusammen mit dem von Abaaoud auf, meldete die flämische Zeitung „De Standaard“.

Molenbeek bereits im Januar im Zentrum der Terrorfahnder

Abaaoud gilt als Kopf der Islamistenzelle von Verviers. In dem ostbelgischen Ort war im Januar eine Islamistenzelle zerschlagen worden, die Anschläge auf die Polizei geplant haben soll. Abaaoud, ein Belgier mit marokkanischen Wurzeln, soll aber auch in Syrien für den IS gekämpft haben. Er ist in mehreren IS-Propaganda-Videos zu sehen. In einem Video lenkt er ein Auto, das vier verstümmelte Leichen hinter sich her zieht.

Bereits am Wochenende hatte die belgische Justiz im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen einen internationalen Haftbefehl gegen Salah Abdeslam erlassen, der ebenfalls in Molenbeek gelebt hat. Dessen Bruder Mohammed ist seit Samstag in belgischem Polizeigewahrsam. Der dritte Bruder, Brahim, sprengte sich am Freitagabend im 11. Pariser Arrondissement in einem Café in die Luft.

Lesen Sie im Folgenden, wie hoch die Zahl der Islamisten in Belgien ist und welche Lösungen die Politik nun vorschlägt.