Zitácuaro - In Mexiko ist im Januar ein vierter Journalist getötet worden. Roberto Toledo wurde am Montag in der Stadt Zitácuaro von drei Personen angegriffen und erschossen, wie Armando Linares, der Chef des lokalen Nachrichtenportals „Monitor Michoacán“, für das Toledo arbeitete, in einem Video auf Facebook mitteilte.

Mitarbeiter des Onlineportals aus dem westmexikanischen Bundesstaat Michoacán erhielten schon seit Monaten Drohungen, sagte Linares. Toledo sei wegen Enthüllungen von „Monitor Michoacán“ über Korruption in der Politik ermordet worden. Die Regierung verurteile die Tat, schrieb ein Sprecher des Präsidialamtes auf Twitter.

Mexiko war 2021 nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen zum dritten Jahr in Folge das gefährlichste Land für Journalisten. Demnach wurden in dem nordamerikanischen Staat im Jahr 2021 sieben Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet.

In diesem Jahr waren es zwischen dem 10. und 23. Januar bereits drei gewesen: Am 10. Januar war José Luis Gamboa, der Direktor eines Online-Portals, in der ostmexikanischen Stadt Veracruz getötet worden – Berichten zufolge mit einer Stichwaffe. Dann gab es zwei Todesfälle in Tijuana an der Grenze zur USA: Am 17. Januar wurde der 49-jährige Fotojournalist Margarito Martínez beim Verlassen seines Zuhauses erschossen, und am 23. Januar starb die Reporterin Lourdes Maldonado in ihrem Auto an Schussverletzungen.

90 Prozent der Morde werden nicht bestraft

Nach Angaben der Regierung werden mehr als 90 Prozent der Angriffe und Morde an Journalisten und Aktivisten in Mexiko nicht bestraft. Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador stellt kritische Journalisten immer wieder öffentlich als Lügner dar.

In dem lateinamerikanischen Land, in dem etwa 126 Millionen Menschen leben, gibt es allgemein sehr viel Gewalt – vor allem im Zusammenhang mit Drogenkriminalität. Zuletzt wurden fast 100 Morde pro Tag registriert, die meisten Taten werden nie aufgeklärt. (dpa)