A.C.A.B.-Kampagne: Wie die Bundespolizei eine Beschimpfung umdeutet

Am Alexanderplatz wirbt die Bundespolizei mit dem Kürzel A.C.A.B. Das steht eigentlich für „All Cops Are Bastards“. In der Kampagne wird das „B“ neu interpretiert.

Plakat der Bundespolizei am Alexanderplatz
Plakat der Bundespolizei am AlexanderplatzFrischbasiert/Twitter

Am Montag startete die Bundespolizei eine neue Kampagne am Alexanderplatz in Berlin. Auf dem Dach eines Parkhauses prangt seitdem ein riesiges Plakat, mit dem die Polizei auf sich aufmerksam machen will. Personen in Polizeiuniform sind darauf zu sehen, sie blicken souverän in die Kamera. Am linken Rand des Plakats steht in großen Lettern: „ACAB – All Cops Are Beautiful“.

So neu ist die Kampagne jedoch gar nicht, denn bereits im Jahr 2021 druckte die Bundespolizei diesen Slogan auf einige ihrer Dienstfahrzeuge. Wieso diese Kampagne nach knapp zwei Jahren wieder hervorgekramt wird? Nach Angaben der Bundespolizei soll diese Aufmachung vor allem junge Menschen " im Rahmen der Nachwuchskampagne" ansprechen. 

Zudem haben die Bundespolizei „ein großes Interesse an qualifizierten Bewerbern“. Ihrer Meinung nach sind dafür neue Wege erforderlich, da sich alle Zielgruppen angesprochen fühlen sollen. Mit diesem „Hingucker“ und der begleitenden Social-Media-Kampagne erhofft man sich nun eine größere Zahl an Auszubildenden. 

Auf Twitter wird die Kampagne bereits diskutiert. Umgangssprachlich steht das Kürzel A.C.A.B. nämlich „All Cops Are Bastards“ (Alle Politzisten sind Bastarde). Das gilt als Beamtenbeleidigung. Offensichtlich kokettiert die Kampagne damit.

Die Bundespolizei erklärte gegenüber der Berliner Zeitung: „Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, aber die Bundespolizei ist mit Sicherheit ‚beautiful‘, weil sie ein moderner Arbeitgeber mit attraktiven Aufgabenbereichen ist.“